Leerstände finden Liebhaber

Lokales
Niedermurach
22.11.2014
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Das Kommunbrauhaus Eslarn, der Dorfladen Altendorf oder der Schlossbauernhof in Altfalter sind gute Beispiele für gelungene Projekte der "Leerstandsoffensive". Planerwerkstatt, "LandLuft", "K" wie Kunst und Machbarkeitsstudien - an Aktivitäten hat es auch 2014 nicht gefehlt.

"Wir haben bereits einige Pflöcke eingeschlagen, andere müssen noch eingeschlagen werden": Professorin Dr. Silke Weidner vom Planungsbüro u.m.s. nutzte die Regionalkonferenz der zwölf Kommunen der "Leerstandsoffensive" (LSO) in der Mehrzweckhalle Niedermurach zum Rückblick auf die bisherige Arbeit. "Wir sind gestartet mit dem Leerstand, tun aber mittlerweile schon vieles, das nicht nur auf den Leerstand fixiert ist", resümierte Frau Weidner, als sie zusammen mit Architektin Alexandra Schott einen Streifzug durch die diesjährige Arbeit machte.

Zahlreiche Aktivitäten

Planerwerkstatt, Wanderausstellung "LandLuft", Kunst in Leerständen oder die Investitionen in das Kommunbrauhaus Eslarn, den Dorfladen Altendorf und den Schlossbauernhof in Altfalter waren nur einige Beispiele. Das Einstellen von leer stehenden Immobilien in "immoscout 24" hat sich als Erfolgsmodell herausgestellt. Drei Immobilien stehen kurz vor dem Verkauf. Alexandra Schott appellierte an die "Leerstandsbesitzer", diese derzeit noch kostenlose Gelegenheit zu nutzen. Weitere Themen waren die Bauherrnbegleitung und der demnächst erscheinende "Brückenland Bote", der über Projekte der LSO, über Demografie, Strukturwandel und Sanierungsberatung informiert.

"Haben wir den Leerstand als Ergebnis des Wandels vielleicht zu spät bemerkt?", fragte Bürgermeister Reiner Gäbl aus Eslarn kritisch nach und blendete auf so manche Entwicklung, die dazu beigetragen habe. Er nannte Baugebiete, die die Leute vom Dorf heraus auf die grüne Wiese locken oder das Einkaufs- und Freizeitverhalten, das vielen Läden oder Gasthäusern den Garaus gemacht habe.

Hohe Fördersätze

Er zeigte sich aber überzeugt, dass die LSO mit ihren Bemühungen auf dem richtigen Weg ist. Mit Bürgermeister Georg Köppl, war er sich einig, dass jetzt die Zeit der Projektumsetzung gekommen ist. Dazu bedürfe es möglichst hoher Fördersätze, damit die Kommunen auch ihren Eigenanteil leisten können und auch der Unterstützung privater Investoren. Große Hoffnungen setzt die LSO auf die Möglichkeiten, die der neue EFRE-Fördertopf bietet, der mit hohen Fördersätzen ausgestattet ist. LAG-Manager Manuel Lischka, Diplomingenieur Jens Gerhardt von u.m.s. und Architekt Christian Schönberger stellten Ansätze, Strategien und die für die Bewerbung bereits erarbeiteten Projektideen vor. Der Fördertopf umfasst 67 Millionen Euro zu Kofinanzierung. Von 82 Bewerbungen sind noch 40 Kandidaten - darunter die LSO - in die Endphase gelangt. (Seite 25)
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