Mariä-Bruderschaft seit 1865

Lokales
Niedermurach
08.08.2015
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Viel wird heute über christlich-religiöse Werte diskutiert - je auffälliger und lauter, desto interessanter für die Menschen. Doch wer weiß schon über die Inhalte einer Herz-Mariä-Bruderschaft Bescheid, deren Mitglieder eher unauffällig ihren Verpflichtungen nachkommen?

In jeder Pfarrei ist diese Gebetsvereinigung ein fester Bestandteil und von großer Bedeutung in der Marienverehrung und der Anrufung der Fürsprache Mariens.

Schon über 100 Jahre bevor in Niedermurach die Gründung erfolgte, gab es die Bruderschaft vom heiligen Herzen Mariä. Papst Benedikt XIV. errichtete diese als erster in der Erlöserkirche zu Rom und Papst Pius VII. erhob 1807 die bestehende Bruderschaft der Eustachiuskirche in Rom zur Erzbruderschaft. Einen ganz besonderen Aufschwung nahm die Andacht zum reinsten Herzen der Gottesmutter im Jahre 1836. Das Christentum lag nach der französischen Revolution am Boden.

Ohne Erfolg

Seelsorgearbeit ohne sichtlichen Erfolg leistete Abbé Dufriche-Desgenettes in der Basilika Notre-Dame des Victoires (Unsere Liebe Frau von den Siegen) in Paris. Während einer Messfeier hatte er die Eingebung: "Weihe deine Pfarrei dem heiligen und unbefleckten Herzen Mariens, Zuflucht der Sünder". Daraufhin gründete er die "Bruderschaft des heiligen und unbefleckten Herzens Mariä zur Bekehrung der Sünder" so der volle Name der Gebetsgemeinschaft. Von da an gab es einen religiösen Wandel und auffallende Bekehrungen, was Papst Gregor XVI. veranlasste, die Bruderschaft zu Paris gleichfalls zur Erzbruderschaft zu erheben.

Unter Pfarrer Johann B. Friedrich wurde im Jahre 1865 die Herz-Mariä-Bruderschaft in Niedermurach gegründet und kann für sich beanspruchen, die älteste Mitgliedervereinigung in der Pfarrei zu sein. Erst kürzlich entdeckte Kirchenpfleger Jakob Kiener im Aktenbestand der Pfarrei eine umfangreiche Schriftensammlung aus der Gründungszeit der Bruderschaft. So belegen zwei Urkunden, unterzeichnet und gesiegelt von Ignatius, Bischof von Regensburg, dass die Herz-Mariä-Bruderschaft zu Niedermurach am 16. Juni 1865 offiziell genehmigt wurde und dieses Datum als Gründungstag zu betrachten ist.

Mitgliederlisten aus der Gründungszeit geben Aufschluss über den enormen Zulauf, denn bis 1. August 1865 hatten sich 269 Gläubige in die Bruderschaft aufnehmen lassen. Bis Ende des Jahres 1865 traten weitere 402 Personen bei und damit war wohl der größte Teil der Pfarrangehörigen Mitglied dieser Gebetsgemeinschaft.

Hauptzweck der Bruderschaft ist die besondere Verehrung des unbefleckten Herzens Mariens und das innständige Gebet um die Bekehrung der Irrenden und Sünder. Mitglied kann jeder Christ werden, der sich in das Bruderschaftsregister eintragen lässt. Als Verpflichtung gilt insbesondere, ein christliches Leben zu führen, am Leben der Pfarrgemeinde teilzunehmen und täglich ein "Ave Maria" zu Ehren Mariens und zur Bekehrung der Sünder zu beten.

2013 gab Pfarrer Herbert Rösl den Anstoß, die Herz-Mariä-Bruderschaft in Niedermurach wieder mit mehr Leben zu erfüllen. Daraufhin erstellte Kirchenpfleger Jakob Kiener eine bereinigte Mitgliederliste und ließ jedem eine persönliche Mitgliedsurkunde zukommen. Es stellte sich heraus, dass heute exakt 269 Pfarrangehörige Mitglied der Bruderschaft sind, genausoviele wie bei der Gründung. Jubiläen sind für Vereine, Gemeinschaften, Vereinigungen usw. doch stets eine besondere Gelegenheit, wieder mehr in das Bewusstsein der Menschen zu treten und damit auch einen nachhaltigen Aufschwung verzeichnen zu können. Dies erhofft sich auch die Herz-Mariä-Bruderschaft Niedermurach, wenn sie am Samstag, 8. August 2015, beim Abendgottesdienst ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum begeht.

Fenster gestiftet

Dass die Gebetsgemeinschaft in der Pfarrei von großer Bedeutung gewesen sein muss, beweist die Tatsache, dass sie 1890 ein farbiges Kirchenfenster mit einem lebensgroßen Bildnis Mariens anfertigen ließen. Die Farbe Blau dominiert im Fenster links des Hauptaltars, verstärkt noch durch das kräftige, blauschattierte Gewand Mariens. Nicht ohne Grund hatte der Künstler bei der Darstellung Mariens, der Königin des Friedens, der Farbe Blau zur Dominanz verholfen. In der Farbenlehre steht nämlich die Farbe Blau für Harmonie, Zufriedenheit, Ruhe, Passivität und Unendlichkeit. Blau wirkt beruhigend und entspannend und eignet sich optimal, um inneren und äußeren Frieden zu finden.
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