Nur der Ball bleibt rund

Für 40-jährige Treue zum 1. FC Pertolzhofen erhielt Adolf Nachtmann von Wunibald Zwack die Vereinschronik überreicht. Bild:
Lokales
Niedermurach
10.03.2015
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Die anstehende Spielgemeinschaft mit dem FC Niedermurach sorgte auf der Jahreshauptversammlung des FC Pertolzhofen für Diskussionsstoff. Die Fußballer werden sich aber noch an weitere Neuerungen gewöhnen müssen.

Die Jahreshauptversammlung des FC Pertolzhofen im Gasthaus Lobinger war für den Verein eine ganz besondere. Denn am Ende der Tagesordnung stand ein Punkt, der nach den Erwartungen des Vorsitzenden Wunibald Zwack noch einige Diskussionen nach sich ziehen könnte.

Berichte der Sparten

Zunächst ehrte Zwack langjährige Mitglieder für ihre Vereinstreue. Besonders freute sich der Vorsitzende über die Auszeichnung von Adolf Nachtmann, der mit dem Verein seit mittlerweile 40 Jahren eng verbunden ist. In seinem Jahresbericht ließ Zwack das letzte Jahr noch einmal kurz Revue passieren. Er zählte die Investitionen auf und erinnerte an die zahlreichen Veranstaltungen, die der 1. FC Pertolzhofen im letzten Jahr organisiert hatte.

Anschließend gab es Berichte über die einzelnen Sparten. Ein Punkt, der alle Anwesenden sichtlich beschäftigte, war der kontinuierliche Rückgang der Jugendspieler im Bereich Fußball. Zwar ist in dieser Saison jede Jugendmannschaft besetzt, doch werden die Kinder immer weniger. Positiv stimmt hier vor allem die A-Jugend, die überraschend den ersten Tabellenplatz belegt. Jedoch auch in den anderen Sportarten wie Kinderturnen, Skifahren oder Linedance gibt es Grund zur Freude: Dank der engagierten Betreuer werden diese immer beliebter und haben regen Zulauf. Erfreulich war auch der Bericht des Schatzmeisters Christoph Forster. Der Verein konnte das Jahr 2014 mit einem Plus beenden und baut sich kontinuierlich einen leichten finanziellen Puffer auf.

Schließlich kam Wunibald Zwack zu dem Punkt der Tagesordnung, der ihm sichtlich Bauchschmerzen bereitete: Die bevorstehende Spielgemeinschaft mit dem FC Niedermurach. Schon seit Jahren beschäftigt sich die Vorstandschaft mit der Überlegung, eine Spielgemeinschaft im Herrenbereich mit dem Nachbardorf einzugehen; in der kommenden Saison soll es nun soweit sein. Zwack erklärte, warum es für ihn keine sinnvolle Alternative zu diesem Schritt gibt. Hauptgrund ist vor allem der Rückgang der aktiven Mitglieder, insbesondere im Jugendbereich, wo schon seit circa 25 Jahren eine Spielgemeinschaft der beiden Sportclubs besteht. Diese funktioniere laut Zwack hervorragend. Der Vorsitzende betonte, dass sowohl innerhalb des Vereins, als auch beim FC Niedermurach, immer offen und ehrlich mit dem Thema umgegangen wurde. Auch wenn es zwar "natürlich keine Jubelstürme" gegeben habe, erhielt der Beschluss einer Spielgemeinschaft doch große Zustimmung. Denn nur so könne man "beiden Vereinen mittelfristig eine sportliche Zukunft geben", ist sich Zwack sicher.

Name wechselt jährlich

Beide Clubs werden weiterhin eigenständig bleiben, der Zusammenschluss wird auf Basis einer Spielgemeinschaft erfolgen, welche den Namen SG Pertolzhofen/Niedermurach tragen wird. Die Reihenfolge der Namen wird in jedem Jahr wechseln. Bei der Austragung der Heimspiele werden sich die beiden Vereine ebenfalls abwechseln. Trainiert wird die neue Spielgemeinschaft künftig von einem "neutralen" Trainer. Der Vorsitzende bedankte sich beim bisherigen Coach Thomas Voith für die gute Zusammenarbeit. Eindringlich bat Zwack alle Mitglieder, dieses wichtige Thema positiv anzugehen und "persönliche Eitelkeiten zum Wohle des Vereins hinten anzustellen". Obwohl der Zusammenschluss bereits beschlossen ist und laut Satzung keine Abstimmung darüber notwendig wäre, knüpfte Zwack die anstehende Entlastung der Vorstandschaft auch an die Zustimmung zur Spielgemeinschaft. Denn wenn hierbei eine "mittelschwere Revolution" ausbräche, würde auch der Entschluss selbst nochmal überdacht werden.

Neues Vereinslokal

Sorgen, die sich der Vorsitzende umsonst machte, denn die Anwesenden sprachen der Vorstandschaft einstimmig ihr Vertrauen aus und stimmten damit auch der künftigen Spielgemeinschaft zu. Bürgermeister Martin Prey freut sich auf den Zusammenschluss. Die Zeit sei dafür reif, man solle sich die Jugend zum Vorbild nehmen: "Denn was bei der Jugend schon so lange klappt, wird bei den Senioren sicherlich auch funktionieren", zeigte er sich zuversichtlich.

Den emotionalen Abschluss der Jahreshauptversammlung bildete der Abschied vom bisherigen Vereinslokal. Das Gasthaus Lobinger, welches seit Jahrzehnten das Vereinslokal des 1. FC Pertolzhofen war, wird zum 1. April dieses Jahres schließen. Wirtin Angelika und ihr Gasthaus waren "Freizeitmittelpunkt und Anlaufstelle", wofür sich Zwack im Namen des gesamten Vereins bedankte. Das Jahr 2015 wird damit ein ganz besonderes für den FC Pertolzhofen sein. Neben der Spielgemeinschaft mit dem FC Niedermurach wird man sich auch an das neue Vereinslokal "Gasthaus Winderl" erst gewöhnen müssen. Was den Mitgliedern dabei schwerer fallen wird, wird sich zeigen.
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