ÖDP warnt vor Freihandelsabkommen - Sommerfest bei Biolandwirt Martin Prey
Ökologische Standards in Gefahr

Martin Prey (Fünfter von rechts) führt die ÖDP-Mitglieder durch seinen Milchviehstall. Bild: boj
Lokales
Niedermurach
08.08.2015
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Den Bauernhof von Bürgermeister, Kreisrat und Ökolandwirt Martin Prey hatte sich die ÖDP im Landkreis für ein Sommerfest ausgesucht. Stellvertretender Landrat Arnold Kimmerl, Kreisvorsitzender Alfred Damm sowie Kreisrätin Heidi Eckl hatten dabei gleich viele Themen vor Augen: Ökologischer Landbau, Viehhaltung und Ernährung aus erster Hand.

Als langjähriger Biolandwirt kann Martin Prey inzwischen auf eigene Erfahrungen im ökologischen Landbau zurückgreifen. Er gab einen Einblick in die Grünlandbewirtschaftung seines Betriebes. "Hierzulande wird durch Silage die Heu-Fütterung vernachlässigt", erklärte Prey und verwies auf die Österreicher, die viel mehr auf Heu setzten und sogar eine spezielle Heu-Milch auf den Markt brachten. Mit einer neu gebauten Heutrocknungsanlage werde er diesen Aspekt noch optimieren, denn bei der Wiesentrocknung blieben viele wertvolle Bestandteile der Gräser auf dem Boden zurück.

Für Martin Prey ist der ökologische Landbau nach wie vor attraktiv, da durch die konstante Nachfrage an Bioprodukten auch sein Einkommen gesichert sei. Außerdem ist er auf zugekauftes Kraftfutter nicht mehr angewiesen und trägt somit auch zur Reduzierung von Futtermittelimporten bei.

ÖDP-Kreisvorsitzender und Kreisrat Alfred Damm gab Informationen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP. Er beleuchtete das geplante Abkommen vorrangig aus ökologischer Sicht. "Was für die Industrie gut sein mag, muss für Landwirtschaft und Ernährung noch lange nicht gut sein", kritisierte Damm. Er verurteilte ein Konzept, das Konzernen ermöglichen könnte, gegen Nationalstaaten zu klagen, wenn die Standards eines Landes ihre Gewinne schmälern. Vor allem die ökologischen Standards der bäuerlichen Landwirtschaft seien in Gefahr.

Werden deutsche Gesetze ausgehebelt, wäre die industrielle Landwirtschaft der USA ein direkter Konkurrent der bäuerlichen Landwirtschaft in Deutschland, so die Argumentation. Die Folge: Viele Höfe müssten aufgeben, der Gentechnik würde Tür und Tor geöffnet.

Bei einer Führung durch Milchvieh- und Jungviehställe, Heutrocknungsanlage und Schlachtraum für die Eigenvermarktung zeigten Hofinhaber Martin Prey, seine Frau Anne und Sohn Martin, was dabei auf dem Spiel steht. Sie konnten dabei auch zahlreiche Fragen zu Tierhaltung, Fütterung, zu technischen Abläufen sowie Hygienevorschriften und Selbstvermarktung beantworten. Bei einer herzhaften Brotzeit bleib noch viel Zeit, Standpunkte auszutauschen.
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