Sicherheit in Hof und Stall

Lydia Bruckmayer hob nicht den mahnenden Zeigefinger, sondern gab Hilfestellung, wie Unfälle in landwirtschaftlichen Betrieben vermieden werden können. Bild: frd
Lokales
Niedermurach
11.02.2015
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Wie wichtig die Sicherheit in einem landwirtschaftlichen Betrieb ist, merkt der Landwirt meist erst, wenn ein Unfall passiert. Sei es durch Unachtsamkeit, Leichtsinn oder durch Nichteinhaltung von Sicherheitsvorschriften.

Aus diesem Grund gibt es die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, die hilft, Unfälle zu vermeiden. Dass der Betriebschutz Sinn macht, wissen die Landwirte eigentlich selber, weshalb sich die meisten auch an die Sicherheitsvorschriften in ihren Betrieben halten.

In Betrieben unterwegs

Doch hin und wieder ein wenig "Aufrütteln" und auf Sicherheitsmängel hinweisen kann nicht schaden. Deshalb war Lydia Bruckmayer von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gesundheitsschutz in den vergangenen Monaten auch in der Gemeinde Niedermurach in den landwirtschaftlichen Betrieben unterwegs, um Hilfestellung zu geben und auf Sicherheitsmängel aufmerksam zu machen.

Was dabei herausgekommen ist, zeigte Lydia Bruckmayer den zahlreich anwesenden Landwirten bei einer Art "Sicherheitsbilanz" im Gasthaus Gillitzer auf. Wobei sie aber nicht den Zeigefinger hob, sondern den Landwirten mitteilte, worauf sie und ihrer Familien bei der täglich Arbeit besonders aufpassen sollten. Da die Sicherheitsexpertin aus 30-jähriger Erfahrung sprach und schon viele grausame und auch tödliche Unfälle in landwirtschaftlichen Betrieben aufnehmen musste, spürten die Landwirte, dass es ihr ein Anliegen ist, Präventivarbeit zu leisten und die Familien vor Schaden und oft großem Leid zu bewahren.

Immerhin hat Lydia Bruckmayer 264 Betriebe besichtigt; bei zehn bis zwölf Prozent der Betriebe wird eine Zweitbesichtigung folgen. Bewusst werden bei Verstößen gegen Sicherheitsbestimmung keine Bußgelder verhängt, schließlich soll der Landwirt die Berufsgenossenschaft nicht als seinen Gegner, sondern als seinen Partner sehen, dem es ein Anliegen ist, Unfälle und Schäden an Mensch und Tier zu vermeiden.

In den Regierungsbezirken Niederbayern, Oberpfalz und Schwaben mussten im Jahr 2014 15 591Unfälle registriert werden, wobei 27 Menschen getötet wurden, berichtete die Expertin. In der Oberpfalz mussten fünf Menschen ihr Leben bei landwirtschaftlichen Unfällen einbüßen; im Landkreis Schwandorf gab es im vorigen Jahr einen Toten.

Im Schwerpunkt waren es Schlepperunfälle, Unfälle bei Waldarbeiten und Tierunfälle. Dazu eine große Anzahl davon auch im Umgang mit falschen, ungesicherten, oder unzweckmäßigen Leitern, die wo immer möglich durch Treppen ersetzt werden sollten. Auch das "allzu flotte" Absteigen vom Schlepper oder das Abbauen von Schutzvorrichtungen war oft Unfallursache. Es sollte kein Landwirt oder ein Gehilfe eine Motorsäge führen, ohne die dafür nötige Ausbildung absolviert zu haben, so die Referentin. Die Schutzbekleidung müsste eine Selbstverständlichkeit sein.

Überlegtes Handeln

Unüberlegtes oder das Handeln in Eile führe oft dazu, dass dann viel Zeit benötigt wird, um körperliche oder materielle Schäden wieder zu "heilen". Deshalb sei Umsicht vor jedem Handeln angebracht.
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