Wenn das Sparen teuer kommt

An den Giebel des Pertolzhofener Vereinsstodls soll sich bald ein Probenraum für den Musikverein schmiegen. Die Gemeinde hat für den Anbau die Trägerschaft übernommen und will sich auch an den Kosten beteiligen. Bild: frd
Lokales
Niedermurach
12.06.2015
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Stillstand bedeutet Rückschritt, meint Bürgermeister Martin Prey. Zusammen mit dem Gemeinderat lässt er sich deshalb von Schulden nicht abhalten, weiterhin zu investieren. In Zeiten günstiger Zinsen setzt das Gremium einstimmig auf einen neuen Kredit.

Die Gemeinderäte hatten sich schon gründlich "eingelesen", als nun Haushaltssatzung, Finanzplan und Investitionsprogramm für die Jahre 2014 bis 2018 zur Verabschiedung anstanden. Der Entwurf war den Gemeinderäten schon im Vorfeld zugegangen. Der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft, Sebastian Höcherl, hatte aber trotzdem noch viele Detailfragen zu beantworten. Erfreulich ist laut Bürgermeister Martin Prey der Umstand, dass die Einwohnerzahlen der Gemeinde von 1239 auf 1257 angestiegen sind.

Nicht ganz so erfreulich sei jedoch die Finanzlage in der Gemeinde mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 542,96 Euro. Immerhin liege sie - gemessen an vergleichbaren Gemeinden mit durchschnittlich 711 Euro Schulden - noch relativ niedrig.

Nur für Pflichtaufgaben

Da bei den Investitionen Stillstand mit Rückschritt gleichzusetzen sei, komme man auch heuer um eine Kreditaufnahme nicht herum. Die Vernachlässigung von schadhaften Straßen beispielsweise könne der Gemeinde in der Zukunft teuer zu stehen kommen, argumentierte der Bürgermeister. In einer "Zeit der günstigen Zinsen" wolle man deshalb auch in diesem Jahr wieder 400 000 Euro an Krediten aufnehmen. Damit könnten ohnehin nur Pflichtaufgaben erledigt werden.

Die Gemeinde verfügt über Steuereinnahmen in Höhe von 1,2 Millionen Euro. Das reicht allerdings nicht für alle erforderlichen Abgaben und Pflichten. Bei der Instandsetzung von Gemeindestraßen müssten Prioritäten gesetzt werden, erklärte Prey.

Den größten Brocken bei den Investitionen bilde heuer der Bau der Abwasseranlage Voggendorf/Reichertsmühle. Dieses Projekt sei auch nicht mehr aufschiebbar gewesen. Für die Betreuung der Kinder müssen in Kindergarten und Schulen alleine 200 000 Euro eingeplant werden. Diese Summe sollten der Kommune die Kinder auch wert sein, da waren sich die Gemeinderäte einig.

Rücklagen anpacken

Um all das finanzieren zu können, ist heuer eine Rücklagenentnahme von 267 000 Euro erforderlich. Nach voraussichtlichen Berechnungen wird die Gemeinde 2018 etwa 440 000 Euro Schulden haben.

Nach Durchforstung aller wichtigen Finanzposten stimmte das Gremium dem Finanzplan und dem ihm zugrunde liegenden Investitionsprogramm für die Jahre 2014 bis 2018 einstimmig zu. Ohne Gegenstimme gebilligt wurde auch der Haushaltsplan für 2015. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, die erforderlichen Kredite aufzunehmen.
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