"Wie ständig laufender Trockner"

Der Sprecher der Bürgerinitiative Rottendorf, Martin Abel (links, stehend), klärte über Gesundheitsgefährdungen durch Windräder auf. Bild: weu
Lokales
Niedermurach
26.01.2015
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Nicht nur in Gleiritsch kocht der Widerstand gegen Windkraftanlagen hoch. Auch die Bürgerinitiative (BI) Rottendorf will Aufklärungsarbeit leisten, wie bei der Informationsveranstaltung beim "Quetsch'n Peter" deutlich wurde.

Zahlreiche Zuhörer waren gekommen, um über das angespannte Thema zu diskutieren. Darunter auch viele Gleiritscher und eine Gruppe junger Leute aus der Oberviechtacher Gegend. "Gesundheitliche Gefahren und Risiken von Windkraftanlagen" lautete das Thema, zu dem BI-Sprecher Martin Abel kompetent und fundiert umfangreiche Ausführungen machte. In einer Bildmontage zeigte er auf, wie es aussehen würde, wenn Windräder im Bereich Pischdorf/Rottendorf stünden.

Kritik an Desinformation

"Die Gemeinde hat den Flächennutzungsplan in Auftrag gegeben. Wir vermuten, dass es schon einen Vorvertrag gibt und fühlen uns als Bürger nicht informiert", lautete sein Statement. Die BI wende sich besonders wegen möglicher Gesundheitsgefährdung gegen die Anlagen. Diese führte Abel im Folgenden aus: Schlagschatten mit periodischen Helligkeitsschwankungen bei direkter Sonne störe die Augen und betreffe Rottendorf besonders am Abend. Die als "Blitzlichter" bezeichneten blinkenden Rundstrahlfeuer auf den Rotoren belasteten die Gesundheit, da aufgrund der Helligkeit beim Menschen weniger Melatonin gebildet werde. Nicht zu vergessen sei die optische Bedrängung durch bewegte Objekte. Abel zeigte auf, in welcher Entfernung man diese Anlagen noch sehen könne. Den durch die Windräder verursachten Lärm verglich der Referent mit einem "Wäschetrockner, der ständig läuft". Das führe zu Schlafstörungen. Auch Aufenthalte im Freien, besonders auch im Wald würden dadurch gestört. Im Winter könne Eiswurf entstehen, die Eisklumpen könnten bis zu 600 Meter weit fliegen. Schließlich erklärte Abel noch den von Menschen nicht hörbaren Infraschall, dessen Frequenz bei 16 bis 20 Hertz liege. Dieser führe zu einem "dauerhaften Alarmzustand" und damit zu Stress.

Nur Bauherr profitiert

Im Weiteren ging Abel auf die Nachhaltigkeit und den Nutzen von Windkraftanlagen ein und stellte fest, dass die Stromproduktion dadurch nicht gesichert sei: "Wenn eine Million Windräder aufgestellt würden, was drei pro Quadratkilometer bedeutet, würden erst 50 Prozent Primärenergie erzeugt." Der Gewinner dieser Anlagen sei der, der sie baut.

Die Aussagen von Abel wurden von den zahlreichen Zuhörern nicht ohne Kommentar hingenommen. Immer wieder gab es Zwischenrufe und Einwände. Aufgeworfen wurden auch Fragen zur Beeinträchtigung von Photovoltaikanlagen durch den Schattenwurf und besonders zu alternativen umweltfreundlichen Formen der Energiegewinnung. "In der Oberpfalz gibt es keine Möglichkeit für rentable Windräder, die Personen nicht beeinträchtigen", war Abels Resümee des Abends. Das weitere Vorgehen der Bürgerinitiative bestehe im Einleiten eines Bürgerbegehrens, um einen Bürgerentscheid zu erreichen.
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