Windpark nimmt Konturen an

Diese bei der Veranstaltung präsentierte Karte zeigt das Planungsgebiet für den Windpark Pischdorf-Rottendorf und die Abstände zu den Dörfern.
Lokales
Niedermurach
19.03.2015
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Der mögliche Windpark Pischdorf-Rottendorf stößt auf reges Interesse - vor allem bei den Gegnern. Um Bedenken zu zerstreuen, lud "Voltgrün" zu einer Informationsveranstaltung ein. Doch die fünf Referenten hatten alle Mühe mit dem "Gegenwind" aus dem Publikum.

Der Geschäftsführer von "Voltgrün", Stefan Trummer, freute sich über den guten Besuch. Neben den Bürgermeistern Martin Prey (Niedermurach), Johann Wilhelm (Guteneck) und Georg Köppl (Altendorf) saßen aber auch ihm allzu gut und namentlich bekannte Gegner der geplanten Anlage im Publikum. Diese ließen erahnen, dass es eine "böige Veranstaltung" in der Niedermuracher Mehrzweckhalle werden könnte. Zunächst stellte Stefan Trummer die Firma "Voltgrün" mit Sitz in Regensburg vor. Diese sieht sich als interdisziplinares Team aus Spezialisten, mit langjähriger Erfahrung im Bereich der erneuerbaren Energien, das Projekte mit Schwerpunkt in Süddeutschland plant und errichtet.

Zeitplan vorgestellt

Trummer zeigte die Hintergründe zum "Windeignungsgebiet" Pischdorf-Rottendorf auf. Er stellte fest, dass die beiden Gemeinden Niedermurach und Guteneck beschlossen haben, als Voraussetzung für die Realisierung von Windkraftanlagen den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. Dies könne man unter dem Begriff "Bauleitplanung" zusammenfassen.

Der Redner stellte die gesetzlichen Regelungen des Windkrafterlasses vom 20. Dezember 2011 der heute geltenden 10-H-Abstandsregelung gegenüber. Er stellte fest, dass zum damaligen Zeitpunkt noch Abstände von 500 bis 800 Meter galten, nun sind bei einem Windrad mit einer Höhe von 200 Metern Höhe schon 2000 Meter Abstand zu Siedlungsgebieten erforderlich, was eine Findung von geeigneten Flächen fast unmöglich mache.

Da je Windkraftanlage eine Fläche von 2500 Quadratmeter, das Verlegen von Kabeln und die Nutzung von Wegen erforderlich ist, müssten auch Grundstücke erworben werden, was auch bei den Planungen für den Windpark Pischdorf-Rottendorf bereits geprüft worden sei. Der Zeitrahmen für diesen Windpark stelle sich mit den Vorplanungen, der Anfrage Netzanschluss, der Vermessung, den Vorbesprechungen und Beginn der Kartierung in 2014, der Bauleitplanung in 2015, dem Erhalt der Baugenehmigung im zweiten Quartal 2016 und der Fertigstellung des Windparks Mitte 2017 dar. Rechtsanwalt Christian Wenzl erläuterte den Hintergrund der 10-H-Länderöffnungsklausel, gegen die bereits eine Popularklage - eingereicht am 21. November 2014 - beim bayerischen Verfassungsgerichtshof laufe, der er gute Aussichten zur Abschaffung oder Reduzierung dieser Klausel einräume. Diese Aussage brachte die anwesenden Gegner dieser geplanten Windkraftanlage wegen des "Vorgriffs auf den Richterspruch" in Rage.

Landschaftsarchitekt Gottfried Blank aus Pfreimd zeigte den Ablauf der Kommunalen Bauleitplanung und das Genehmigungsverfahren auf und stellte dazu fest, dass mit Abschluss der Bauleitplanung noch lange keine Windkraftanlage genehmigt sei. Diplomphysiker Thomas Zirngibl, Gutachter für Windparks beim "TÜV-Süd Industrie Services GmbH Regensburg", erhielt für einige seiner Aussagen viel "Gegenwind". Vor allen Dingen, als er ausführte, dass der nicht hörbare Infraschall keine Auswirkungen auf den Menschen habe, wurde ihm von einem anwesenden Mediziner heftig widersprochen.

"Ein Bürgermodell"

Den Abschluss der Referentenriege bildete Erich Wust von der Wust- Wind & Sonne aus Markt Erlbach (Bad Windsheim), der den Ablauf der Planungen als echtes Bürgermodell darstellte, bei dem alle rechtlichen Grundlagen beachtet würden, was auch ihm nicht nur Beifall einbrachte. Wust versuchte, die Chancen und Risiken und die Wertschöpfung vor Ort ins rechte Licht zu rücken. Doch der Hinweis aus dem Zuhörerraum, auf einige Pleiten bei Betreibern machte ihm seine Ausführungen nicht leicht. Insgesamt klang bei dieser Veranstaltung von Bürgerseite mehr Kontra als Pro durch. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.
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