Brieftaubensport in Niedermurach hat 60-jährige Tradition
Schnelle Flieger faszinieren

Züchter und Funktionäre freuten sich über die Erfolge im Reisejahr 2015 (von links): Martin Stefan, Mihaela Stefan, 2. Bürgermeisterin Rita Salomon, Doris Leonhardt, Vorstand Anton Stigler, Josef Leonhardt, Konrad Fleißer, Robert Brandstätter und Vorstand Willi Pirzer. Bild: boj
Vermischtes
Niedermurach
20.01.2016
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Der Brieftaubensport hat in Niedermurach eine lange Tradition. Für Taubenfreunde ist er ein faszinierendes Hobby, das im Zusammenspiel von Taubenzucht und Flugwettbewerben erst richtig spannend wird. Wie sich Pläne und Ziele 2015 verwirklichen ließen erfuhren die Züchter der Brieftaubenvereine beim Rückblick mit Preisverleihung im Gasthaus Pröls.

Dass gerade im Jubiläumsjahr die RV-Meisterschaft nach Niedermurach geholt werden konnte, markierte einen besonderen Höhepunkt in der 60-jährigen Vereinsgeschichte. In gewohnt amüsanter Weise trug Anton Stigler, Vorstand des Vereins "Über Berg und Tal", den Bericht über das Reisejahr 2015 vor. Dieses war geprägt von extremen Wetterschwankungen und großer Hitze im Juli, weshalb hier zwei Flüge der Alttierreise abgesagt wurden.

Außerdem kursierte die Jungtierkrankheit in den Schlägen, was zur Folge hatte, dass die Jungtierreise komplett um eine Woche verschoben wurde. Leider verringerte sich die Anzahl der reisenden Schläge und der eingesetzten Tauben - ein Trend, der sich sowohl in der Reisevereinigung (RV) als auch in der Einsatzstelle nicht stoppen ließ. Sieben Züchter der Einsatzstelle Niedermurach setzten bei elf Alttierflügen 2 815 Tauben ein und errangen 801 Preise.

Die Krone des Reisejahres 2015 konnte die Schlaggemeinschaft Doris und Josef Leonhardt mit der RV-Meisterschaft mit 47 Preisen und 17 472 Preiskilometern (Prkm.) erobern. Die Reisevereinigung Nabburg 86 erstreckt sich von Leuchtenberg bis Wackersdorf und von Schmidgaden bis zur tschechischen Grenze. Im Altflug wurden 38 589 Tauben eingesetzt. Angesichts dieser Konkurrenz die Meisterschaft für sich zu entscheiden ist schon eine herausragende Leistung. Zuletzt war dies Otto Back 2003 gelungen.

Herausragende Erfolge


Auch die RV-Weibchenmeisterschaft ist fest in Niedermuracher Hand. Nach Otto Back (2013) und Andreas Brandstätter (2014) konnte 2015 die Schlaggemeinschaft Leonhardt diese mit 30 Preisen und 10 834 Prkm. für sich entscheiden, die Schlaggemeinschaft Martin, Michaela und Christopher Stefan landeten auf Platz 14 (21 Pr./6 727 Prkm.). Bei der RV-Männchenmeisterschaft belegte die SG Leonhardt Platz 16 (21 Pr./7 331 Prkm.), die SG Stefan Platz 23 (18 Pr./5982 Prkm.) und bei der RV-Jährigenmeisterschaft die SG Leonhardt Platz 3 (26 Pr./9 015 Prkm.) sowie die SG Stefan Platz 4 (25 Pr./8 329 Prkm.).

Außerdem erreichte die Schlaggemeinschaft Leonhardt in der RV-Wertung bester Vogel (Männchen) Platz 28 (8 Pr./2 866 Prkm.), bestes Weibchen Platz 5 (10 Pr./3722 Prkm.) und bester jähriger Vogel Platz 6 (7 Pr./2423 Prkm.), während sich die Schlaggemeinschaft Stefan in der Wertung bestes jähriges Weibchen Platz 3 (8 Pr./2573 Prkm.) sicherte.

Sechs Züchter der Einsatzstelle Niedermurach setzten im Jungflug bei vier Preisflügen 726 Jungtiere ein und erzielten 243 Preise. In der RV-Jungtiermeisterschaft belegte die Schlaggemeinschaft Stefan Platz 5 (17 Pr./3 085 Prkm.), die Schlaggemeinschaft Konrad und Gabi Fleißer landete auf Platz 13 (14 Pr./2 426 Prkm.). In der Bewertung beste Jungtaube der RV erreichte die SG Stefan Platz 18 und 23 (4 Pr./671 Prkm.).

Ihre derzeitige Ausnahmestellung unterstrich die Schlaggemeinschaft von Doris und Josef Leonhardt auch mit der Erringung der Meisterschaft 2015 der Einsatzstelle Niedermurach mit 47 Preisen und 17 472 Preiskilometern. Außerdem stellten sie den Männchenmeister mit 28 Pr./9 646 Prkm. (2. SG Stefan, 3. SG Robert und Martin Brandstätter), den Weibchenmeister mit 39 Pr./14 241 Prkm. (2. SG Stefan, 3. SG Willi und Christian Pirzer) sowie den Jährigenmeister mit 26 Pr./9 015 Prkm. (2. SG Stefan, 3. SG Brandstätter).

Als Einsatzstellen-Jungflugmeister mit 17 Preisen und 3 085 Preiskilometern präsentierte sich die Schlaggemeinschaft Martin, Michaela und Christopher Stefan (2. SG Fleißer, 3. SG Brandstätter). Den besten Altvogel, das beste Altweibchen und den besten jährigen Vogel stellte die Schlaggemeinschaft Leonhardt, während das beste jährige Weibchen und das beste Jungtier bei der Schlaggemeinschaft Stefan zuhause ist.

Bemühen um Nachwuchs


Willibald Pirzer, Vorstand des Vereins "Heim ins Murachtal", gratulierte den Züchtern zu ihren Erfolgen, insbesondere Doris und Josef Leonhard zu ihrem erfolgreichen Kampf um die RV-Meisterschaft. "Wir sind zwar kein mitgliederstarker, aber trotzdem ein leistungsfähiger Verein", betonte Pirzer. 2. Bürgermeisterin Rita Salomon sprach den Züchtern ihre Hochachtung aus, da sie einem Hobby mit Tieren nachgingen, das man nicht nach belieben beiseite schieben kann. Sie lobte auch das Bemühen der Züchter um Nachwuchs, indem sie immer wieder versuchen, den Kindern die Faszination des Brieftaubensports nahezubringen.

60 Jahre "Heim ins Murachtal"Nachdem sich der Brieftaubenverein "Heim ins Murachtal" im 60. Jahr seiner Gründung befindet, ging Vorstand Willibald Pirzer in einer längeren Abhandlung auf die Vereinsgeschichte ein. Er erinnerte an die Gründungsvorstandschaft mit 1. Vorstand Georg Hauser, 2. Vorstand Anton Pröls, Schriftführer Hans Urban und Kassier Karl Gebert. Da es keine Einsatzstelle vor Ort gab, mussten die Tauben samstags zum Bahnhof transportiert und in den Frühzug verladen werden. Mit dem Einsatz eines Kabinenexpreß' zum Taubentransport an den Auflassort entfiel zwar die Bahnverladung, doch mussten die Niedermuracher ihr Tauben zur Einsatzstelle nach Trausnitz oder Wernberg bringen. Der Weg von den Verhältnissen der Gründungszeit bis zur eigenen komfortablen Einsatzstelle war weit und verlangte enormen Idealismus in züchterischer und organisatorischer Hinsicht. Ebenso weit war der Weg, in die heutige erfolgreiche Spur des Brieftaubensports zu gelangen. Erfahrungen mussten gesammelt, Rückschläge hingenommen und Taubenverluste ausgeglichen werden - es waren mühevolle Jahre des Aufbaus. Doch die Faszination des Brieftaubensports war immer wieder Ansporn, die Bemühungen zu verbessern und zu verfeinern. (boj)
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