Feuerwehr Niedermurach hat neue Atemschutzträger ausgebildet
Schutz vor tödlichen Gefahren

Fit für neue Aufgaben (von rechts): Stellvertretender Kommandant Ferdinand Raiml, die neuen Atemschutzgeräteträger David Niederalt (auch neuer Maschinist), Markus Raiml, Martin Prey junior (auch neuer Maschinist), Peter Urban, Markus Matzke, neuer Maschinist Gerald Thanner, der Leiter des Atemschutzes Wolfgang Pflug und Kommandant Gerhard Fleck. Bild: boj
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Niedermurach
20.02.2016
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Rauchgase waren früher vergleichsweise harmlos, da meist natürliche Stoffe wie Holz, Heu oder Stroh verbrannten. Heutzutage werden durch eine Vielzahl verbauter Kunststoffe in Wohnungen und Gebäuden gefährliche Atemgifte freigesetzt, die das Betreten eines brennenden Gebäudes zur tödlichen Gefahr werden lassen.

Vor diesem Hintergrund gewinnt der Atemschutz immer größere Bedeutung. Die erfolgreiche Anwendung von Atemschutzgeräten setzt aber eine vorschriftsmäßige Ausbildung der Träger voraus. Zum Einsatz kommt nur, wer das 18. Lebensjahr vollendet, sich einer medizinischen Untersuchung unterzogen und einen Lehrgang absolviert hat. Zudem müssen sie regelmäßig an Fortbildungen und Wiederholungsübungen teilnehmen und zum Zeitpunkt der Übung oder des Einsatzes gesund sein und sich einsatzfähig fühlen.

17 Kameraden ausgebildet


Nach erfolgreicher Teilnahme am Atemschutzgeräteträgerlehrgang in Oberviechtach stehen seit Jahresende fünf weitere Kameraden der Feuerwehr Niedermurach für Atemschutzeinsätze zur Verfügung. Inzwischen verrichten 17 ausgebildete Kameraden diesen verantwortungsvollen ehrenamtlichen Dienst in der Feuerwehr Niedermurach. Kreisbrandmeister Christian Weinfurtner hatte bei der Jahresversammlung betont, dass man über jeden ausgebildeten Kameraden froh sei, denn selbst größere Feuerwehren hätten inzwischen bei Einsätzen tagsüber erhebliche Probleme, genügend Atemschutzgeräteträger zu stellen.

Bürgermeister Martin Prey hatte zu verstehen gegeben, dass der Atemschutz für die Gemeinde nicht billig sei. Für die Gemeinde bedeuten Ausbildung und Vorhaltung von Atemschutzgeräteträgern eine beachtliche finanzielle Belastung. So müssen die Grundvoraussetzungen (ärztliche Untersuchung, Lehrgang) und die laufenden Kosten (Atemschutzübungsstrecke Schwarzenfeld, Leistungen der Atemschutzwerkstatt Schwarzenfeld wie Wartung von Masken, Pressluftatmern und Atemluftflaschen sowie deren Befüllung, arbeitsmedizinische Untersuchungen alle drei Jahre usw.) finanziert werden. Idealismus trifft Verantwortung - auf diesem hohen Niveau der Hilfeleistung stehen Atemschutzeinsatzkräfte, die den Mut aufbringen, dort in Gebäude, Kanäle, Schächte, Silos einzusteigen, wo Rettung notwendig ist und dabei auch unvorhersehbare Gefahren drohen.

Hohe Anforderungen


Gerade Wohnungsbrände in den letzten Monaten hätten immer wieder gezeigt, dass Menschen nicht durch Flammeneinwirkung sondern durch Rauchgasvergiftung ums Leben kamen. Um für Einsätze gewappnet zu sein, wird gerne in leeren, vor dem Abbruch stehenden Gebäuden unter realistischen Bedingungen geübt. Auch die Niedermuracher Atemschutzträger beteiligen sich stets an derartigen Übungen, um dabei Erfahrungen im Zusammenspiel mit anderen Feuerwehren zu sammeln.

AtemgifteEntsprechend ihrer Hauptwirkung werden Atemgifte in drei Gruppen eingeteilt: 1. Atemgifte mit erstickender Wirkung; diese sind im eigentlichen Sinn nicht giftig, verdrängen aber in hoher Konzentration den zur Atmung notwendigen Sauerstoff. 2. Atemgifte mit Reiz- und Ätzwirkung: sie zerstören das Gewebe der Atemwege und führen zu oft langanhaltenden Schädigung. 3. Atemgifte mit Wirkung auf Blut, Nerven und Zellen; sie werden über die Atmung ins Blut aufgenommen und können andere Körperorgane schädigen, eine direkte Hirnschädigung hervorrufen oder den Sauerstofftransport im Blut beeinflussen. (boj)
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