Gemeinderat Niedermurach bearbeitet Stellungnahmen
Windkraft fordert Gemeinderäte

Alle Zuhörerstühle waren besetzt, als Bürgermeister Martin Prey (Dritter von links) die Gemeinderatssitzung mit der Änderung des Flächennutzungsplans für Konzentrationszonen für Windkraftanlagen eröffnete. Landschaftsarchitekt Gottfried Blank (Zweiter von links) und Verwaltungsleiter Anton Brand (Vierter von links) standen für detaillierte Fragen zur Verfügung. Bild: weu
Vermischtes
Niedermurach
15.03.2016
104
0

Die Stellungnahmen für die Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraft in der Gemeinde Niedermurach sprengten die Gemeinderatssitzung. Fast die Hälfte der Räte hatte keine Stimme, und für die Bedenken der Bürger blieb keine Zeit mehr.

In einer umfangreichen Gemeinderatssitzung wurden die Bedenken und Anregungen behandelt, die zur dritten Änderung des Flächennutzungsplans mit Konzentrationszonen für Windkraftanlagen vorgebracht wurden. Allerdings konnten nur die Schreiben der 35 Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange bearbeitet werden, die Bedenken der Bürger mussten aus Zeitgründen vertagt werden.

Noch keine Details


Vom 8. Juni bis 17. Juli 2015 lag der Flächennutzungsplan, der von Landschaftsarchitekt Gottfried Blank aus Pfreimd erstellt wurde, öffentlich aus. Jede Stellungnahme wurde im Gremium sorgfältig durchgearbeitet, wobei neben Bürgermeister Martin Prey auch Verwaltungsleiter Anton Brand und Gottfried Blank für Fragen zur Verfügung standen. Fünf Gemeinderäte waren aufgrund persönlicher Beteiligung von den Abstimmungen ausgeschlossen. Bei dem vorliegenden Flächennutzungsplan handelt es sich um einen vorbereitenden Plan, genauere Details müssten in einem später zu erstellenden Bebauungsplan berücksichtigt werden.

Mit der Ausweisung der Konzentrationszonen ist eine Aussiedlung landwirtschaftlicher Betriebe auch weiterhin möglich. Durch die Darstellung der Flächen soll die Errichtung von Windkraftanlagen gesteuert und geordnet werden. Deshalb erfolgte auch eine volle Zustimmung aus naturschutzfachlicher Sicht (Untere Naturschutzbehörde), da alle zu berücksichtigenden Belange beachtet wurden. Da die Konzentrationszone vollständig außerhalb des neu abgegrenzten Wasserschutzgebiets Zone eins bis drei der Wasserversorgung Rottendorf liegt, bestehen vonseiten des Wasserwirtschaftsamts keine Einwände. Außerdem ist ein Abstand von der einfachen Anlagenhöhe (1H) zur Grenze des Wasserschutzgebiets einzuhalten.

Ob die Standorte von Windkraftanlagen Auswirkungen auf Uhus, Schwarzstörche und andere Vogelarten haben, ist noch auf den nachgelagerten Planungsebenen zu prüfen. Die Gemeinde Gleiritsch, die starke Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes fürchtet, fordert eine Sichtbarkeitsanalyse. Da jedoch weder Standorte noch Höhen feststehen, sei diese derzeit nicht sinnvoll.

Die Gemeinde Teunz lehnt die Planung ab, fordert eine Sichtbarkeitsanalyse und die Einhaltung der 10H-Regelung zu Wohnanwesen im Teunzer Gebiet. Aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage ist diese Abstandsregelung ohnehin einzuhalten. Modifiziert wird die Flächennutzungsplan-Änderung dahingehend, dass die gesamte Windenergieanlage einschließlich Rotor innerhalb der Konzentrationszone liegen muss, fordert die Immissionsschutzbehörde.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.