KLB-Seelsorger Michael Hoch referierte beim Landvolk
Der Dankbarkeit eine Chance geben

Zu tiefgreifenden Gedanken regte Pfarrer Michael Hoch (Dritter von links) in seinem Vortrag zum Thema "Dankbarkeit" den Kreis der Zuhörer an, unter ihnen auch Pfarrer Herbert Rösl (rechts). Bild: boj
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Niedermurach
02.05.2016
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Nicht jeder Dank kommt aus tiefstem Herzen, und manchmal steckt hinter schönen Worten auch Berechnung. Pfarrer Michael kennt noch mehr Facetten der Dankbarkeit und weiß, welchen Einfluss sie auf die Zufriedenheit hat.

Im Vortrag von Pfarrer Michael Hoch, KLB-Seelsorger für den Landkreis Schwandorf, stand bei der KLB-Jahresversammlung auch der Mensch im Mittelpunkt. "Haben Sie heute schon gedankt?", fragte der Referent die Anwesenden, welche in einem Kreis Platz genommen hatten. "Würden Sie sich als dankbaren Menschen bezeichnen, nicht nur weil es sich gut anhört, sondern weil es Ihrem persönlichen Lebensstil entspricht?"

Die Dankbarkeit sei überaus vielschichtig, so der Referent, der den Bogen von der "erlernten" Dankbarkeit des Kindes bis zur tiefgründigen Dankbarkeit des Herzens spannte. Das "Danke" eines Kindes sei eine antrainierte Dankbarkeit und von Anfang an keine Herzensangelegenheit, sondern eine Vernunftsache, weil es den Geber freundlich stimmt. Ein Dank also mit Berechnung und Blick auf weitere Gaben. Die Erfahrung, von einem Unglück verschont geblieben zu sein, wird jeden auch innerlich bewegen. Diese Dankbarkeit komme zwar aus dem Herzen, entstand aber aus dem Negativen heraus und sei letztlich nur Erleichterung über abgewendetes Unheil.

Feine Unterschiede


"Je mehr der Reichtum zunimmt, desto mehr nimmt das Teilen und Danken ab", betonte Pfarrer Michael Hoch, beleuchtete verpflichtenden und geschuldeten Dank gegenüber Eltern oder Wohltätern und erklärte den grundlegenden und feinsinnigen Unterschied zwischen "bedankt" und "gedankt".

Mehrere Schritte zeigte der Seelsorger auf, um auf dem Weg zur Dankbarkeit des Herzens voranzukommen: das Leben vorbehaltlos mit allen Glücksmomenten und Sorgen annehmen, im Jetzt leben, seinen eigenen Wert und Auftrag erkennen. Hoch plädierte dafür, Ansprüche zurückzuschrauben: "Als Christen sollten wir vom Leben nicht zu viel erwarten. Es bringt Zufriedenheit, nicht dem vermeintlich Großen und Wichtigen nachzujagen, vielmehr auf die kleinen Lichter zu achten, die Gott uns an den Wegrand stellt."

Als Beispiel für die "Armut des eigenen Lebens" verwies er auf den heiligen Franziskus. Die Freude an der Schöpfung, an den ganz einfachen Dingen des Lebens bringe inneren Frieden und mache dankbar. "Beten heißt danken - nicht nur bitten. Beten lässt uns die Geschenke unseres Lebens wahrnehmen und macht zufriedener", so der Referent.

Heilsame Erkenntnis


Danken heiße aber auch, sich bewusst zu machen, dass man am Lebensende immer etwas schuldig bleiben wird. Dies liege in unserem Menschsein, und es seit heilsam, sich dies einzugestehen, betonte Pfarrer Michael Hoch und gab den Zuhörern den guten Rat: "Geben Sie der Dankbarkeit immer wieder eine Chance, sie wird Sie zu einem zufriedenen und ganzen Menschen machen!"
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