Patrozinium in Niedermurach
Gewalt führt nicht zum Ziel

Bei der Feier des Kirchenpatroziniums versammelten sich im Altarraum zahlreiche Fahnenabordnungen. Pfarrer Herbert Rösl legte den Gottesdienstbesuchern das vorbildliche Leben des heiligen Martin dar. Bild: boj
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Niedermurach
14.11.2016
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Am Patroziniumsfest der Pfarrkirche Niedermurach stellte Pfarrer Herbert Rösl den Patron St. Martin näher vor. Dieser wurde vor genau 1700 Jahren in Frankreich geboren. Als Bischof ging er auf Distanz zu politischen Machthabern und schöpfte seine Kraft aus Gebet und einfachem Lebensstil.

Um den 11. November jeden Jahres erinnern Kinder bei den Laternenumzügen an Sankt Martin. Am Samstagabend feierte dann auch die Pfarrgemeinde Niedermurach auf festliche Weise den heiligen Martin als Patron von Kirche und Pfarrei. Der Festgottesdienst, begleitet von den Vereinen der Pfarrei und gestaltet von der Chorgemeinschaft "Venite" unter der Leitung von Martin Martzak, wurde eingeleitet mit dem Lied "Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind".

Ein Suchender


Pfarrer Herbert Rösl zeichnete in seiner Predigt ein informatives Lebensbild des heiligen Martin, das geprägt war von großer Standhaftigkeit im Glauben und überzeugender Nächstenliebe. Martin sei schon früh ein Suchender nach dem tieferen Sinn des Lebens gewesen und blieb seiner inneren Stimme trotz des Soldatendienstes treu. Als Bischof ging er auf Distanz zu politischen Machthabern und vertrat glaubwürdig seine Überzeugung, dass Gewalt nie zum wahren Ziel führt. Er setzte sich zeitlebens für die Armen und Schwachen ein und schöpfte seine innere Kraft aus Gebet und einfachem Lebensstil. Pfarrer Herbert Rösl forderte alle auf, sich von den christlichen Gedanken des Kirchenpatrons anstecken zu lassen und "heute in das Gute zu investieren, um später gute Früchte ernten zu können".

Im Jahr 316 als Sohn eines römischen Militärtribuns in Ungarn geboren, erfuhr das Leben und Wirken anlässlich seines 1700. Geburtstags auf vielfache Weise öffentliche Würdigung. Im Zentrum seiner Verehrung steht - sozusagen als Ikone der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe - der Moment im Leben Martins, als er vor den Toren der Stadt Amiens seinen Mantel mit dem Schwert trennt, um ihn mit dem Bettler zu teilen.

Kein Märtyrer


Die Biografie Sankt Martins als Soldat, Asket, Menschenfreund, Seelsorger und Mönch aus der Feder von Sulpicius Severus beweist jedoch, dass Martin weit mehr war. Nach 25 Jahren Dienstzeit in der kaiserlichen Reitergarde wandte er sich dem Christentum zu. Er lebte überaus enthaltsam, gründete die erste Mönchsgemeinschaft nördlich der Alpen und zerstörte heidnische Götzenbilder. Martins Fähigkeit bestand darin, Gott durch Askese und Gebet zum direkten Eingreifen zu veranlassen. Die Menschen hatten tiefstes Vertrauen zu Martin und wählten ihn deshalb auch zum Bischof von Tours. Er galt als zielstrebiger Verfechter seiner Überzeugungen, vertrat mit Nachdruck die Werte der Wahrhaftigkeit und unterstützte die Armen. Sein Platz war nah beim Volk und nach heutigem Sprachgebrauch verkörperte er mit seiner humanitären Lebenseinstellung einen überzeugenden Förderer der Menschenwürde. Martin wurde am 11. November 397 in Tours beigesetzt und war der erste Heilige, der nicht als Märtyrer starb.

Das Lied "Von guten Mächten wunderbar geborgen" durch den Chor "Venite" war zum Schluss des Festgottesdienstes ein guter Brückenschlag zu der sich anschließenden Gedenkfeier zum Volkstrauertag.
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