Von Unfällen verschont

Die Segnung der Hauskapelle im Garten von Hans Bock vollzog Pfarrer Herbert Rösl im Beisein von Verwandten und Nachbarn. Bilder: boj (2)
Vermischtes
Niedermurach
29.07.2016
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Die Idee liegt lange zurück und reifte über Jahrzehnte. Schon als 16-jähriger Lehrling nahm sich Hans Bock vor, einmal eine Kapelle zu bauen. Letztlich lag der Beweggrund für den Zimmerermeister im Ruhestand, den zeitlebens gehegten Gedanken in die Tat umzusetzen, aber tiefer.

Nun, da das Bauwerk vollendet ist, erhielt es auch den kirchlichen Segen. Hans Bock und seine Frau Fanni hatten dazu ihre Verwandten und Nachbarn eingeladen, welche einen würdigen und lebendigen Rahmen für die Kapellenweihe bildeten.

Patron der Zimmerer


Pfarrer Herbert Rösl sprach die Segensgebete zum Weiheakt und würdigte die christliche Lebenseinstellung von Zimmerermeister Hans Bock, die in dem ansprechenden und gut gelungenen Kapellenbau zum Ausdruck komme. Die Kapelle wurde, wie sollte es anders sein, Johannes dem Täufer geweiht, der auch Patron der Zimmerer ist. Hans Bock erlernte als Jugendlicher das Zimmererhandwerk und war sein Leben lang diesem Beruf treu geblieben. 1980 übernahm er von seinem Vater Georg Bock den Zimmereibetrieb und führte diesen weit über das Renteneintrittsalter hinaus bis zur Geschäftsaufgabe im Jahr 2008.

Gefährlicher Job


Im Ruhestand griff er seinen Jugendtraum wieder auf und entschloss sich, eine Kapelle auf eigenem Boden zu bauen. Den tieferen Sinn sieht Zimmerermeister Hans Bock jedoch in der Tatsache, dass er in seinem langen und bisweilen gefährlichen Berufsleben keinen schwerwiegenden Unfall erlitt und in seiner rund 30-jährigen Unternehmerschaft keiner seiner Arbeiter jemals ernsthaft zu Schaden kam. Dies war für ihn der tiefgreifende Beweggrund, seinen Dank an den Herrgott mit der Errichtung eine Hauskapelle zum Ausdruck zu bringen.

Der Zimmerermeister, für seine Ruhe und Gelassenheit bekannt, nahm sich für das Bauwerk rund zwei Jahre Zeit. So entstand die Hauskapelle in sechseckiger, gewalmter Form mit einer Grundfläche von 2,50 mal 4,50 Metern und einer Höhe von 5 Metern, inklusive Zwiebelturm und Kreuz. "Den Plan hatte ich im Kopf, ich wusste ja, wie sie aussehen sollte", betonte Hans Bock und verwies darauf, dass das ein oder andere Detail erst während der Bauzeit entstand. Die Kapelle hat einen kleinen Altar, eine Gewölbedecke und bietet Sitzplätze für sechs Personen. Sie ist komplett aus Holz gebaut, das Dach mit Biberschwänzen und das Zwiebeltürmchen mit Schindeln eingedeckt. Die doppelflügelige Eingangstür wirkt geradezu einladend, sich in das Innere zu begeben und in andächtiger Ruhe zu verweilen. Die Kapelle befindet sich am Tradl und ist von der Straße aus eher unauffällig, steht aber im Garten an exponierter Lage mit Blick über das Dorf. Hans Bock betonte ausdrücklich, dass die Kapelle, die tagsüber geöffnet ist, von jedem besucht und besichtigt werden kann (so dies in ehrfürchtiger Weise geschieht) und dass dazu sein Grundstück ohne Anmeldung betreten werden darf.
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