Xaver Süß blickt beim 85. Geburtstag auf ein erfülltes Leben zurück
Ein Zimmermann „der alten Schule“

Zimmerermeister Xaver Süß (85) freute sich über die Glückwünsche von Pfarrer Herbert Rösl (links), Ehefrau Emilie, Schwiegertochter Christine und Bürgermeister Martin Prey. Bild: boj
Vermischtes
Niedermurach
15.06.2016
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Ein jahrzehntelanges Berufsleben, das von harter und nicht ungefährlicher Arbeit geprägt war, liegt hinter ihm. Dennoch konnte Zimmerermeister Xaver Süß in bemerkenswerter körperlicher Verfassung und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag feiern.

Als Mann mit besonnenem Charakter und hintergründigem Humor ist der Jubilar nicht nur in seiner Heimatgemeinde eine geachtete Persönlichkeit. Auch Kunden und Geschäftspartner schätzten sein Können und Wissen rund um den Holzbau. Zuverlässigkeit und Fleiß sowie ein einfaches Leben waren und sind bestimmende Eigenschaften seiner Person. Er gilt als geradlinig, der auch meint was er sagt, und der Ausspruch "ein Mann, ein Wort" trifft hier den Nagel auf den Kopf.

Xaver Süß kam in Rottendorf zur Welt und wuchs dort mit zwei Schwestern und drei Brüdern auf. Während des Zweiten Weltkriegs besuchte er die Volksschule in Niedermurach und erlernte anschließend bei seinem Vater das Zimmererhandwerk. Eine beschwerliche Zeit, denn Baumstämme mussten damals noch von Hand behauen werden. 1951 legte er die Gesellenprüfung und bereits 1956 die Meisterprüfung ab. 1957 entschloss sich die Familie zum Bau eines Sägewerks, da die zunehmenden Aufträge mit handbehauenem Gebälk nicht mehr zu schaffen waren. 1959 baute sich Xaver Süß ein Wohnhaus in Rottendorf und heiratete 1961 Emilie Elsner von Dietersdorf. Drei Söhne gingen aus der Ehe hervor und sechs Enkelkinder bereichern sein Opa-Dasein.

Mit der Übernahme der Zimmerei im Jahr 1962 begann er mit dem kontinuierlichen Ausbau des Handwerksbetriebes, sozusagen vom Breitbeil bis zum Autokran. Er passte das Arbeitsumfeld den erforderlichen Techniken an und bot damit seinen Facharbeitern, die durchwegs aus seinen eigenen Lehrlingen aufgefüllt wurden, einen sicheren Arbeitsplatz. Mit Leib und Seele war Xaver Süß ein Meister seines Fachs. Holz war sein Element und er verbaute es in allen Variationen von der Treppe bis zum großen Stadel. Auch dem öffentlichen Leben verschloss sich der Zimmerermeister nicht, wenn seine Fähigkeiten gefragt waren.

Rund 20 Maibäume wurden in Rottendorf und Niedermurach unter seinem Kommando aufgestellt und von 1972 bis 1990 war er drei Perioden Mitglied im Gemeinderat Niedermurach. 1995 übergab er Zimmerei und Sägewerk an seinen Sohn Michael, der den rund 100-jährigen Handwerksbetrieb nun in vierter Generation führt. Den Ruhestand des Nichtstuns gibt es für den Jubilar aber bis heute nicht. Zwar ging die frühere schwere Arbeit nicht ganz spurlos an ihm vorüber. Nach einer Hüftoperation war aber seine Mobilität weitestgehend wieder hergestellt und so erledigt er nun eben leichtere Arbeiten in Sägewerk und Werkstatt.

Dem Herrgott ist er heute noch dankbar, dass in den 33 Jahren seiner Unternehmerschaft kein Arbeiter jemals ernsthaft zu Schaden gekommen ist. Als Zimmermann der alten Schule stellte er ohnehin keinen Stadel und keinen Maibaum auf, ohne vorher mit einem Gebet den Segen den Himmels erbittet zu haben. Zum 85. gratulierten Verwandte, Nachbarn, Freunde und die Belegschaft, ebenso auch Pfarrer Herbert Rösl und Bürgermeister Martin Prey sowie Renate Pflug im Namen des Krankenpflegevereins.
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