Helga Proske führt durch den Abend
35. Weiberfasenacht in der Regentalhalle

Fesche Dirndln und humorvolle Auftritte - das Gesamtkonzept der 35. Weiberfasenacht passte einfach. Bilder: Götz
Freizeit
Nittenau
05.02.2016
126
0
 
Lacht mit uns. Singt mit uns. Fliegt mit uns: Hoch hinaus. Bild: Götz

Eine Stimme, die aus den Boxen der Regentalhalle erklingt, fordert zum "Boarding" auf. Das Weiberkomitee hebt zur 35. Weiberfasenacht ab. Abflug in eine Nacht voller Sketche und Tänze.

Wie alle Jahre eröffnet Helga Proske, Oberweib des Weiberkomitees, die Veranstaltung. Donnerstag steigt die lange vorher ausverkaufte Weiberfasenacht. Dienstag und Mittwoch sind die sogenannten Vorabende: gleiches Programm und sogar Zutritt für Männer. Proske organisiert, singt, tanzt, erzählt Witze. Sie ist voll in ihrem Element. Die Komitee-Chefin und die Weiberfasenacht sind "ein Herz und eine Seele" - so lautete heuer auch das Motto.

Überzeugende Kostüme


Sieben Blöcke mit Aufführungen stehen an. Den Anfang machen die Nittenauer Marktweiber, die humorig aus dem Alltagsleben erzählen. Etwa wenn der Mann der Frau berichtet, das Finanzamt schließe, die Ehegattin nach dem Grund fragt und er sagt: "Im Schreiben steht 'letzte Mahnung'." Oder wenn es um die drei schönsten Worte der Welt geht. Laut den Marktweibern nicht etwa "Ich liebe dich", sondern das viel elementarere: "Mogst a Bier?"

Als das Ehepaar Pfaffelhuber (Julia Lautenschlager und Christine Griesbeck) über das nächste Urlaubsziel diskutiert, kann sich die Frau ihre bissigen Kommentare nicht verkneifen. Als die Sprache auf das Hammelfleisch kommt, das auf Kreta und in der Türkei serviert werde, meint sie: "Einen Hammel habe ich bereits daheim."

Die Auftritte sind wieder witzig - war aber auch nicht anders zu erwarten. Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass das Weiberkomitee die Regentalhalle drei Tage hintereinander fast komplett füllt. Der Aufwand, der hinter der Veranstaltung steckt, ist alleine schon an den liebevollen Kostümen zu erkennen (Proske zieht sich mehrmals am Abend um). Problemlos schlüpfen die Frauen in alle möglichen Rollen. Sie spielen auch Männer.

Etwa den Bergler Sepp, der sich den Fragen einer Reporterin stellen muss. "Verwenden sie im Haushalt Compact-Disk, I-Pod oder MP3?", will diese etwa wissen. Der Sepp entgegnet da nur verständnislos: "Ich hätte ja gar keinen Waffenschein dafür." Gackernde Hühner haben derweil ein ganz anderes Problem. Das ist nicht despektierlich gegenüber den Frauen des Weiberkomitees, sondern wörtlich gemeint. Denn in einem Sketch sinnieren die verkleideten Corinna Goos, Tanja Weinhart und Lisa Malz über die Freilandhaltung und den elenden Druck, immer genug Eier zu legen.

Oft zünden die Witze, weil die Frauen, die auf der Bühne stehen, mit den Worten jonglieren, sie verdrehen. Die "Freiheitsstute" in New York ist da genauso wenig davor gefeit wie der Cheeseburger, den die Oma (Erika Lautenschlager), die von ihren Erlebnissen in der Stadt erzählt, kurzerhand zum schlottrigen Seniorendotsch umtituliert.

Lacht mit uns. Singt mit uns. Fliegt mit uns: Hoch hinaus.Oberweib Helga Proske

Lachen, singen, fliegen


Bei so viel Klamauk braucht's Zeit zum Durchschnaufen für das Publikum. Deshalb spielen nach jedem Block die "Original Otterbachtaler Ottis". Männer und Frauen schweben zu Klassikern wie "Rote Lippen soll man küssen", "Ein Bett im Kronfeld" und "Himbeereis zum Frühstück" über den Hallenboden.

All das, was Helga Proske sich am Anfang des Abends gewünscht hatte, geht auf: "Lacht mit uns. Singt mit uns. Fliegt mit uns: Hoch hinaus." Nach rund dreieinhalb Stunden setzen Proske und ihre Weiber mit dem finalen Federtanz zur Landung an. Das Gate zur Weiberfasenacht bleibt nun wieder ein Jahr geschlossen, bevor die Frauen mit voller Schubkraft zurückkehren.

GründungsmitgliederOhne die Starthilfe der Gründungsmitglieder hätte das Weiberkomitee nicht so eine steile Karriere hingelegt. Deswegen holte Oberweib Helga Proske an jedem der drei Abende, an denen das Programm der Weiberfasenacht aufgeführt wurde, eine zu sich auf der Bühne. Sie lobte das Engagement und den Frohsinn von Marie-Luise Reisinger, Carola Weber und Resi Wolf. (doz)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.