Weiberkomitee stürmt Rathaus

Vom Rathauschef gab es Rosen und Likör. Karl Bley erntete dafür zahlreiche Busserln.
Freizeit
Nittenau
05.02.2016
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Bürgermeister Karl Bley hatte beim traditionellen Sturm auf das Rathaus gegen so viel Charme und Attraktivität keine Chance. Das Weiberkomitee fand sich nämlich am Donnerstag im Foyer des Rathauses ein

(sir) "Wo steckt er denn, unser Bürgermeister? Kommt, holen wir ihn", forderte Helga Proske ihre Damen auf. Die ließen sich nicht zweimal bitten und nahmen den Rathauschef rasch gefangen. Seinem Strahlen nach zu urteilen, ließ er sich das gerne gefallen. "Ich freue mich sehr, dass ich euch wiedersehe", hieß er das Weiberkomitee willkommen. "Wir lassen uns gerne bei der Arbeit stören."

Lange Tradition


Bereit für die fünfte Jahreszeit sei man auch heuer. Bereits 35 Jahre währt diese Tradition. Lachen komme von Herzen, vertreibe die Schmerzen und verursache auch keine Falten, meinte Bley. Wichtig sei die Fröhlichkeit. Seit 35 Jahren sei Helga Proske mit ihrem Weiberkomitee der Garant dafür, dass die Leute gut gelaunt seien. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung überreichte er an die Damen ein Glasherz mit Likör und Rosen, augenzwinkernd mit der Forderung nach einem Busserl. Helga Proske dankte den Gründervätern, Bürgermeister Karl Bley, dem Publikum und nicht zuletzt ihrem Weiberkomitee, "dem Herz der Nittenauer Weiberfasenacht". Mit ihren Gstanzln, musikalisch durch Christiane Aschenbrenner unterstützt, nahm sie sich die Nittenauer Ortsteile vor. So hätten die Einwohner von Stadl und Thann auch ohne Navi den Weg hierhergefunden und die Bodensteiner den schönsten Ausblick nach Nittenau.

Tanz und Trubel


Die Fischbacher müssten es sagen, wenn sie langsamer singen soll, Muckenbach und Bergham hätten seit drei Wochen einen aufrechten Gang. Zu Eckartsreuth, wo ihre Verwandtschaft zu finden ist, falle ihr einfach kein Reim ein. "Die Gäste aus Bad Tölz fahren nicht nur lustig heim, die kommen schon so her", sagte sie. Und diejenigen aus Falkenstein würden mit Strom und Wasser zurückkommen.

Pfarrer Schöls springe zwischen seinen Baustellen wie ein Hase hin und her. Politiker würden nicht gerne mit der U-Bahn fahren, weil es da heißt: "Bitte zurücktreten." Das Weiberkomitee begeisterte mit seinem Marktweibertanz und lud zu Schunkelrunden ein. Bei so viel Trubel ging der eigentliche Sinn der Aktion beinahe unter: "Halt, den Schlüssel brauche ich noch", rief Helga Proske. Triumphierend ließ sie sich die symbolische Macht mit dem überdimensionalen Schlüssel um den Hals hängen. Die Feier setzte sich noch mit Krapfen und Sekt fort.
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