Grundschule Fischbach erhält Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks
Farbtupfer gegen Tristesse

Künstlerin Birgit Dvorak (hinten, rechts) und die Grundschüler sind stolz auf ihre Kunstwerke, weshalb sie auch am liebsten vor den bemalten Wänden und Türen posierten. Bilder: doz (2)
Kultur
Nittenau
27.07.2016
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"Da Fischbach mit 640 Einwohnern ein kleiner Ort ist, war damit das ganze Dorf irgendwie an diesem Kunstprojekt beteiligt." Zitat: Bezirkstagspräsident Franz Löffler

Im Bewerbungsschreiben für den Jugend-Kulturförderpreises des Bezirks Oberpfalz bezeichneten die Kinder den Eingangsbereich der Schule als trist. Also schnappten sich die Mädchen und Buben Farbe und Pinsel. Sie malten ausgezeichnet - im wahrsten Sinne des Wortes.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler sprach von 19 Bewerbungen, die ihn erreichten. Drei Preisträger erhielten am Dienstagabend für ihr Projekt eine Urkunde und viel Lob. In der etwas sperrig klingenden Kategorie "Soziokultur und ästhetisch-künstlerisches Handeln" setzte sich die Grundschule Fischbach durch. "Soziokultur meint nichts anderes als den sozialen Bezug des eingereichten Projekts zur Gesellschaft. Es geht dabei um intensive Beschäftigung mit einem Thema, um altersgerechte Bearbeitung, um Auseinandersetzung und Reibung mit der Gesellschaft, die über eine Beschäftigung im 'stillen Kämmerlein' hinausgeht", erklärte Löffler.

Als "Arbeitsgemeinschaft Farbtupfer" starteten 28 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren das Projekt "Heimat und Kunst - Kinder schaffen (sich) eine farbenfrohe Wohlfühloase in ihrer Schule". Die Idee dazu hatte die Künstlerin Birgit Dvorak. Unterstützung erhielt sie von allen Seiten. Natürlich von den Buben und Mädchen, aber auch von Elternbeirat, den Mamas und Papas und weitere Freiwillige halfen bei der Vorbereitung und den Arbeiten. Der Förderverein der Grundschule finanzierte die Aktion.

100 Quadratmeter bemalt


"Da Fischbach mit 640 Einwohnern ein kleiner Ort ist, war damit das ganze Dorf irgendwie an diesem Kunstprojekt beteiligt", erklärte Löffler. Weil die Schüler "Bauernhof und ländliche Gegend" als Thema hatten, zieren Traktoren, Kühe und Bäuerinnen nun den Eingangsbereich. Die Schüler bemalten in rund 750 Stunden etwa 100 Quadratmeter Wände, Decken und Türen.

Der Bezirkstagspräsident sagte über die Entscheidung für die Grundschule Fischbach: "Wir wollen junge Menschen auszeichnen, die den Bezug zu anderen Menschen, zur Gemeinschaft suchen und ihr Werk in einer Gemeinde oder einer größeren Öffentlichkeit zeigen." Er freute sich, dass sich junge Menschen in der Oberpfalz mit der Welt, in der sie leben, auseinandersetzen.

13-minütiger Kurzfilm


Das taten auch zwei weitere Preisträger. In der Kategorie "Ästhetisch-künstlerisches Handeln" setzte sich die Gruppe "AAG-Picctures" aus Regensburg durch. AAG steht zwar für das Albrecht-Altdorfer-Gymnasium, und die beim Projekt mitwirkenden Schüler besuchen alle diese Schule, allerdings handelt es sich um kein schulisches Projekt. Die Jugendlichen kreierten einen rund 13-minütigen Kurzfilm mit dem Titel "Ich", der sich mit der Sinnsuche eines Jugendlichen beschäftigt.

Außerdem erhielten die 12. Klassen der Maximilian-Kolbe-Schule aus Neumarkt i. d. Opf. den Jugend-Kulturförderpreis im Bereich "Soziokultur". Die Schüler haben sich ein Jahr lang mit dem Thema Gewalt auseinandergesetzt. Ihr Projekt nennt sich "Gewalt in Teenagerbeziehungen.

Da Fischbach mit 640 Einwohnern ein kleiner Ort ist, war damit das ganze Dorf irgendwie an diesem Kunstprojekt beteiligt.Bezirkstagspräsident Franz Löffler
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