Jungstars der Musikhochschule Leipzig zeigen ihr Können beim Lied- und Gesangsfestival ...
Höchste Arien beim prickelnden Finale

"Stoss an!" lautete das finale Motto der Studenten der Musikhochschule Leipzig bei "Nittenau Vocal". Bild: R. Tietz
Kultur
Nittenau
19.05.2015
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Bei einem Arien-Nachmittag darf sie nicht fehlen, die Arie der Königin der Nacht aus der Oper "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart. So wie Pauline Rinvet sie bis zum hohen f auslebt, stellt man sich "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen..." lebhaft vor. Danach braucht sie (die Pauline, nicht die Königin) etwas Erholung. Ihre nächste Arie, die sie neun Stücke später singt, ist zwar ein volkstümlicher Hit, das sagt aber nichts über den Schwierigkeitsgrad der Arie "Ich bin die Christel von der Post" in "Der Vogelhändler" von Carl Zeller aus.

Zweimal solistisch

Pauline Rinvet verfügt über mächtiges Koloraturvermögen und macht ihre Arbeit hörbar gerne, auch wenn "klein das Salär und schmal die Kost" ist. Denn "das macht nichts...wenn man in Schwung ist". Dementsprechend gestaltet sie ihren Gesang. Noch zweimal ist die Soubrette solistisch zu hören: In "Mein Herr Marquis" aus "Die Fledermaus" von Johann Strauß jr. stimmt sie sich genau mit dem übrigen Ensemble ab, in "Komm mit nach Varasdin" aus "Gräfin Mariza" von Emmerich Kálmán diskutiert sie tonfreudig mit dem Tenor Marc-Eric Schmidt. Dieser singt nur einmal allein, und zwar "Ging die Straße schon" aus "My fair Lady" und das sehr effektiv. Ein weiteres Mal ist er mit dem Ensemble zugange, wenn er in der Arie des Marquis de Chateauneuf aus "Zar und Zimmermann" von Albert Lortzing das "Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen" innig gestaltet. Der Bariton Andreas Drescher singt ebenfalls eine Arie von Albert Lortzing, nämlich aus "Der Waffenschmied", ferner überzeugend aus "Der Bettelstudent" von Carl Millöcker die Arie des Ollendorf, dessen Aussage "mir ist manches schon passiert, aber so etwas noch nicht" auf viele Menschen zutrifft.

Auch im Duett mit Joanne D'Mello und Terzett mit Anna Stiny und Henriette Reinhold in Opern von Mozart betätigt sich Andreas Drescher erfolgreich. Der Tenor Youngjune Lee schließlich glänzt in der berühmten Arie "Dein ist mein ganzes Herz" aus "Land des Lächelns" von Franz Lehár durch sehnsuchtsvolle Töne in lauter oder leiser Darstellung. Außerdem erfüllt er seinen Part in Duetten aus "La Traviata" von Giuseppe Verdi und "Die Csardasfürstin" von Emmerich Kálmán mit Anna Stiny tadellos. Diese wiederum glänzt im Lied "Ich hätt getanzt heut Nacht" mit unruhig rascher Stimmführung, die den Tanz glaubhaft macht. Zwei weitere Sängerinnen müssen noch gewürdigt werden. Einmal Henriette Reinhold, die mitreißend die berühmte "Habanera" aus "Carmen" von Georges Bizet gestaltet und in der "Barcarole" aus "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach zusammen mit Joanne D'Mello einen mitfühlenden Gesang leistet.

Gemeinsames Finale

Zum anderen die letztgenannte Joanne D'Mello, die in zwei lyrischen Arien glänzt. So im "Lied an den Mond" aus "Rusalka" von Antonin Dvorak und im Gebet "O mio babbino caro" aus "Gianni Schiccho" von Giacomo Puccini. Das gesamte Ensemble singt zusammen am Schluss "Im Feuerstrom der Reben" aus "Die Fledermaus" mit dem doch immer gültigen Ausruf "Stoss an!". Zum Schlussbeifall kann sich dann auch die Fleißigste des Nachmittags hinzugesellen: Vita Gajevska, die Leiterin, die während der ganzen Zeit am Klavier jedes einzelne Musikstück tadellos und einfühlsam begleitet hat. Ein gelungener Abschluss des Lied- und Gesangsfestivals.
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