Künstlerin tritt im "Live im Antik" auf
Unterhaltsame Ratschn

Die Stianghausratschn (Roswitha Spielberger) ließ mit ihren Puppen "Frau Gscheit" und "Frau Haferl" so manche Alltagssituation lebendig werden. Bild: sir
Kultur
Nittenau
16.07.2016
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Der Schnabel sei ihr bayerisch gewachsen, ließ die Stianghausratschn ihr Publikum im "Live im Antik" wissen. Zuerst gab es zum besseren Verständnis einen Bayerisch-Kurs. Das viele Lachen zeigte, dass die zahlreichen Zuhörer sehr wohl die Musikkabarettistin mit bürgerlichem Namen Roswitha Spielberger verstanden.

"Ich muss mir sofort alles von der Seele schreiben, wenn mich etwas berührt", sagte die Künstlerin. Und man merkte sofort, dass es vor allem Beobachtungen der Menschen sind, wie sie sich in manchen alltäglichen Situationen benehmen. Die Stianghausratschn arbeitet dabei das geradezu Groteske heraus, das im Alltag herrscht, aber in der "Normalität" untergeht.

Klatsch und Tratsch wie er überall vorkommt, eben auch im Treppenhaus, bei zufälligen Begegnungen. Nicht zufällig heißen die beiden Puppen "Frau Gscheit" und "Frau Haferl", die ihre Sicht der Dinge über andere Bekannte austauschten. Für einen ihrer Beiträge suchte sich die Stianghausratschn ein Pärchen, "das sich nicht mehr so mag", wie sie vorsichtig umschrieb. Doch wer mochte das schon zugeben, wenn dem wirklich so wäre? Kurzerhand suchte sich die Kabarettistin umgekehrt ein harmonisches Pärchen, das besungen wurde. Viele bayerische "Kosenamen" kamen darin vor. Als Dankeschön gab es von der Künstlerin eine ihrer CDs.

Sie scheute sich auf der anderen Seite nicht, sich selber auf die Schippe zu nehmen. Besonders als sie die Rede auf das berühmte Fettnäpfchen brachte, in das sie selber ab und an hineintappt, sehr zur Freude des Publikums. "Die müssen mich sehr mögen", meinte sie ironisch, als sie einmal als Geschenk eine rosa Vase mit goldenem Rand und Blümchen drauf erhielt. Wohin damit? Jeder der Empfänger sah zu, dass er dieses ungeliebte Ding schnell wieder loswurde. Am Ende entpuppte sich die Vase als wertvolles nummeriertes Einzelstück aus Meißner Porzellan.

Die Anita, eine Freundin von der Stianghausratschn, hatte einen neuen Kaffeevollautomaten. Die Krux daran war, dass diese technische Errungenschaft nur Englisch sprach, die Anita dagegen nicht. Die "Freude" daran war vorprogrammiert, angesichts der vielen Missverständnisse. Am Ende eines amüsanten Abends erntete die Stianghausratschn langanhaltenden verdienten Applaus.
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