"Orchester am Singrün" gibt Jubiläumskonzert
Eindrucksvolle Meisterwerke erklingen

Brahm und Beethoven: Das "Orchester am Singrün" spielte die ganz Großen. Bild: tie
Kultur
Nittenau
23.02.2016
51
0

Drei Meisterwerke der klassischen Musik standen auf dem Programm. Zunächst aber freute sich Bürgermeister Karl Bley über die zahlreichen Besucher der Veranstaltung und sprach einen Glückwunsch zum 30-jährigen Bestehen des "Orchesters am Singrün" aus.

Anschließend begann die Vortragsfolge mit der "Egmont-Ouvertüre f-moll" op 84, die Ludwig van Beethoven zu Goethes gleichnamigem Trauerspiel geschrieben hat. Die wuchtige Einleitung zeigt in ihrer elegischen Düsternis die Unterdrückung der Niederlande. Im folgenden Allegro wird leidenschaftlich der Aufruhr gegen die Spanier dargestellt. Bläser-Akkorde verklären im letzten Abschnitt der Ouvertüre den Märtyrertod des Grafen Egmont, des Anführers der Rebellen, und feiern den späteren Sieg über die Besatzer. Dirigent Lutz Landwehr von Pragenau zeigte mit seinem Orchester die Umsetzung des historischen Geschehens in Musik eindringlich auf.

Schwungvolles Finale


Das nachfolgende "Konzert für Violoncello und Orchester h-moll" op 104 von Antonin Dvorak ist ein Spätwerk des Komponisten, voll von souveränen melodischen Einfällen. Die zeigen sich schon in den vier ausdrucksvollen Themen des Allegro-Satzes, wobei sich der junge Solist Johannes König abwechselnd sowohl thematisch in melodiösen Partien wie virtuos einschließlich etlicher Arpeggien beeindruckend einbrachte. Im verträumten Adagio konnte der Cellist mit großen warmen Tönen sein Instrument zum tiefen Klingen bringen, wie auch einen abrupten Stimmungsumbruch gestalten und schnell überwinden.

Den Kontrast dazu bildete das schwungvoll bewegte Finale, in dem das Soloinstrument das Marschthema des Orchesters übernimmt und es wie die nachfolgenden Ideen variiert und weiterentwickelt. Dass es dabei virtuose Einschübe zu bewältigen gibt, war für den Solisten des Abends überhaupt kein Problem. Dvorak hatte ihm die Möglichkeit eröffnet, sein Instrument in allen möglichen Tonlagen vorzuführen, was Johannes König voll ausnutzte.

Als drittes Meisterwerk des Abends spielte das Orchester die "1. Symphonie c-moll" op 68 von Johannes Brahms. Ein Pauken-Ostinato leitete exakt die Sostenuto-Melodie des Beginns ein, die durch chromatische Aufwärtsbewegung geprägt ist. Das anschließende Allegro ist von leidenschaftlichem Sehnen getragen und drängt ruhelos vorwärts.

Frenetischer Beifall


Erst am Schluss beruhigt ein Dreiklang-Motiv in Dur. Das folgende Andante bringt eine wunderbar tröstliche Tonfolge hervor, deren Begleitung in Synkopen auch mal die Melodie auf dem falschen Fuß erwischen könnte. Ruhe und Friede überwiegen jedoch und kennzeichnen die Passagen der Solovioline am Schluss des Satzes. Das anschließende Allegretto zeigte wiegenden Rhythmus mit schwebenden Klangfiguren in der Interpretation des Abends. Noch einmal tauchen düstere Akkorde am Anfang des Finales auf, dann aber erklingt eines der berühmtesten Themen der Musikliteratur. In dessen optimistischer Aussage boten Dirigent und Orchester den gesamten Satz dar. Frenetischer Beifall rief noch eine Zugabe hervor, der "Ungarischen Tanz Nr. 5" von Johannes Brahms, womit ein festlicher Konzertabend schwungvoll endete.
Weitere Beiträge zu den Themen: Jubiläumskonzert (7)Orchester am Singründ (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.