Pianist Prof. Kurz Seibert begeisert Publikum bei den Sommerlichen Rathauskonzerten
Reger mit einem Hauch von Bach

Kurt Seibert ist nicht nur eine musikalische Koryphäe, wenn es um die Werke von Max Reger gibt. Bei den Sommerlichen Rathauskonzerten verrät er dem Publikum auch einige Geschichten aus dem Leben des Komponisten. Bild: tie
Kultur
Nittenau
12.08.2016
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Ein grandioses Klavierwerk von Max Reger ertönt im Rathausfoyer von Nittenau. Doch Pianist Prof. Kurt Seibert kennt sich nicht nur auf den Tasten mit den Werken des Komponisten aus. Auch die ein oder andere Anekdote aus dem Leben Regers hat er für das Publikum parat.

Zu Ehren des 100. Todestages des Komponisten Max Reger veranstaltet die Stadt Nittenau die Reihe "Sommerliche Rathauskonzerte". Mit Kurt Seibert als Interpret eines Klavierkonzert steht ein besonderer Akteur im Rathausfoyer. Denn der Musiker ist es auch, der die Konzertreihe organisiert. Erik Roßbander, Partner von Kurt Seibert, der an diesem Abend rezitieren soll, ist verhindert.

Schaffen höchst rätselhaft


So ist das Gesprächskonzert reduziert auf das, was Seibert an interessanten Details zu Max Reger preisgibt. Dabei erweist sich schnell, dass der Organisator der Rathauskonzerte und Interpret des Abends viel Wissenswertes zum Leben und Werk des Oberpfälzers zu erzählen hat. Etwa, dass Arnold Schönberg, Schöpfer der Zwölfton-Musik, Reger bereits 1921 als Genie betrachtete, "auch wenn er nicht so modern komponierte".

Zu dieser Ansicht gelangte Schönberg wegen der Art von Regers Schaffen, das damals als höchst rätselhaft galt. Daraufhin setzt sich der Pianist im Rathausfoyer an den Flügel und spielt die "Variationen und Fuge über ein Thema von Bach op 81". Mit einer ruhigen aber exakt klaren Darstellung des Themas beginnt das Werk in Seiberts sehr angemessener Interpretation. Die Variationen folgen, bieten in seiner Darstellung eine gelungene Kombination Bachscher Gedanken mit Regerschem Musikverständnis.

Vollkommene Virtuosität


Das offenbart sich in der Pathetik langsamer Ausdrucksformen, wie in den Folgen rastloser Akkorde, die oft zu unglaublicher Steigerung führen. Wie bei Reger üblich, werden Motivteile harmonisch und rhythmisch umgedeutet. Hierbei prägt der Interpret in vollkommener Virtuosität die tiefgreifenden Empfindungen, die Regers Musik bei den Zuhörern erweckt.

Bach bleibt immer spürbar, selbst wenn Regers Tonsprache sich immer mehr ausweitet. Dabei erwecken die 14 Veränderungen von Beginn an eine Tiefsinnigkeit innerhalb der Verknüpfung der Gedanken beider Komponisten. Selbst die abschließende Doppelfuge mit ihren mächtigen Steigerungen lebt von der geglückten Zusammenfügung musikalischer Aussagen in Seiberts Spiel.

Nach der Pause spricht der Pianist zunächst über das gespielte Werk. Reger war kein Pianist. Und doch wird das Motiv des Duetts aus Bachs Kantate "Auf Christi Himmelfahrt allein ich meine Nachfahrt gründe" BWV 128 mit glänzendem Einfühlungsvermögen von Kurt Seibert bearbeitet. Zum Beweis seiner Ausführungen spielt Seibert abschließend die "Variationen und Fuge über ein Thema von Bach op 81" noch einmal und beeindruckt seine Zuhörer damit noch tiefgründiger.
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