"Sommerliche Rathauskonzerte Nittenau": Vier Veranstaltungen mit Kurt Seibert
Beethoven im Wohnzimmer

Kurt Seibert, künstlerischer Leiter der Nittenauer Rathauskonzerte, führt in das Sonatenschaffen von Beethoven ein. Bild: Prölß
Kultur
Nittenau
04.08.2015
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August ist Ferienzeit. Während sich der Politjournalist durchs Sommerloch hungert, sind die Kollegen in Sachen Kunst und Kultur viel unterwegs - zu den vielen Freilichtbühnen und sommerlichen Konzertreihen in der Region. Newcomer in diesem Jahr: die "Sommerausgabe" der Rathauskonzerte Nittenau. "Das, was wir hier machen, ist ein Versuchsballon", sagt Kurt Seibert, für den das Nittenauer Rathaus-Foyer im Laufe der Jahre ein "zweites Wohnzimmer" geworden ist.

Hemmschwellen abbauen

Als Pianist, Initiator der "Rathauskonzerte" und Leiter der "Joseph-Loritz-Tage" ist er dort regelmäßig zu Gast und mittlerweile eine bekannte Größe im Nittenauer Kulturleben. Dennoch ist es erst einmal ein Wagnis, in der Ferienzeit eine viertägige Konzertreihe zu veranstalten, die nichts anderes zum Thema hat als Klaviersonaten von Beethoven. Kein "Klassik Light", kein "Easy Listening", sondern anspruchsvolle, Aufmerksamkeit fordernde Meilensteine der Klaviermusik. Ein "Versuchsballon", der in Anbetracht voll besetzter Stuhlreihen einen erfolgreichen Start absolviert.

Das mag am "Mythos Beethoven" liegen, der bis heute fasziniert. Das mag aber auch an der von Seibert geschätzten Form des Gesprächskonzerts liegen, das eine breite Hörerschaft anspricht, Hemmschwellen abbaut und auch an diesem Nachmittag für "chillige" Atmosphäre sorgt.

Im Mittelpunkt des ersten Gesprächskonzerts stehen die drei Sonaten aus op. 2. Drei frühe Werke, dem Lehrer Joseph Haydn gewidmet, die jedoch mit ihren wiederborstigen Synkopen und scharfen Akzentuierungen bereits Beethovens Handschrift tragen. Wilde Leidenschaft prägt die "kleine" f-Moll Sonate, eingeleitet mit der klassischen "Mannheimer Rakete", die C-Dur Sonate bereits ein "großer" Beethoven im konzertant virtuosem Ton. Und dass die heiter verspielte Sonate A-Dur im Kopfsatz so manche spieltechnischen Fallstricke parat hält, diese Erfahrung muss an diesem Nachmittag auch Interpret Kurt Seibert machen.

Konzept kommt an

Ein erstes Resümee nach Ende der Auftaktveranstaltung: Das Konzept kommt an, die Nittenauer sind mit dabei. Eine zeitliche Straffung der einzelnen Veranstaltungen wäre von Vorteil. Man darf gespannt sein auf die folgenden Konzerte am Mittwoch, 5. August (19.30 Uhr), Freitag, 7. August (19.30) und Sonntag, 9. August (16 Uhr), mit Sonaten aus Beethovens mittlerer und später Schaffensperiode.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.nittenau.de.
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