Absehbar und dennoch bitter

Lokales
Nittenau
10.11.2014
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"Das war's" - Mit diesen Worten schloss Schützenmeister Andreas Eger die letzte Jahreshauptversammlung der Mainsbacher Schützen. Eine 61-jährige Ära ist zu Ende.

Die Auflösung des Vereins hatte sich bereits einige Zeit vorher abgezeichnet, einmal durch die abnehmende Zahl der Mitglieder und die rückläufige Beteiligung an den Schießen. Zum letzten Mal legte Schützenmeister Andreas Eger in der "Schmankerl-Stub'n" seinen Bericht zum kurzen Vereinsjahr vor.

Einstimmig entlastet

Seit März haben keine internen Schießveranstaltungen stattgefunden, nur mehr das Königsschießen, wobei er selbst als König und Maria Eger als Schützenliesl, sowie Philipp Wagner und Josef Eger als Ritter hervorgegangen waren. Bereits zum Gaupokal- und Gaukönigsschießen im September sei keine Mannschaft mehr angetreten, so Eger. Es folgten die letzte Vorstandssitzung und ein Abschlussabend mit einem Essen sowie der Versteigerung von restlichen Vereinssachen.

Eger dankte allen Schützen für die gute Zusammenarbeit in den 25 Jahren seiner Schützenmeister-Tätigkeit sowie Maria Eger für ihre umfangreiche Kooperation in diesem kurzen Vereinsjahr. Den aktiven Schützen wünschte er in den anderen Schützenvereinen viel Freude. Kassiererin Maria Eger belegte die finanzielle Seite des Vereins. Eine ordentliche Führung der Geldgeschäfte wurde ihr bescheinigt. Die Entlastung des Vorstands erfolgte einstimmig.

Vermögen verteilt

Am 1. Juni 1953 wurde im damaligen Gasthaus Hof in Untermainsbach die Gründung des Schützenvereins Edelweiß Untermainsbach vollzogen, begann Eger seine Schilderung aus der Chronik des Vereins. Zum ersten Schützenmeister wurde Josef Auburger gewählt. Das Holz für die Heizung des Standes mit einem Ofen wurde von den Mitgliedern mitgebracht - mit einem Schmunzeln erinnerten sich die Schützen an diese Tatsache. Nach Schließung des Gasthauses Hof siedelte man in den siebziger Jahren nach Eckartsreuth um, ins Gasthaus Seebauer, das wiederum nun auch geschlossen hat.

Die Mitglieder-Entscheidung, den Verein nicht mehr weiter zu führen, wurde bei der Mitgliederversammlung 2013 beschlossen. Die weiterhin aktiven Schützen verteilen sich auf die Schützenvereine "Gemütlichkeit Mauth" und "1865 Nittenau". Das Vereinsvermögen ist durch eine Spende an die Mauther Schützen und durch die Übergabe an die Stadt Nittenau mit Weiterleitung an die Schützengesellschaft 1865 Nittenau und an den Trachtenverein "D' Regentaler" gemeinnützig aufgelöst. Auch die Vereinstafel und die Königskette gehen an die Stadt.

Erste Vereinsauflösung

Gauschützenmeister Harald Kaiser sagte, es sei traurig für den Gau Bruck, dass er statt 17 nur mehr 16 Vereine habe. Diese Situation werde sich vor allem bei den kleinen Vereinen noch verschärfen. Nichtsdestotrotz sei man traurig, wenn so etwas zu Ende gehe. "Wenn heute ein Schlusspunkt gesetzt wird nach einer 61-jährigen Vereinsgeschichte, dann ist das ein bitterer Punkt", sagte Bürgermeister Karl Bley. Künftig habe Nittenau 116 Vereine. Ein Novum sei es gewesen, dass man vom Gastzimmer aus ins Freie geschossen habe. Es sei auch ein Novum, dass er in seiner Amtszeit eine Vereinsauflösung tätigen müsse, so Bley. Bley dankte für alle Aktivitäten, unter anderem auch für die Beteiligung an der Aktion "saubere Landschaft". Den Schützen, die ihre sportliche Zukunft in den anderen Vereinen finden, wünschte er alles Gute.
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