Anlass zur Krisenstimmung

Bei einer Verwirklichung der Regensburger Pläne befürchten die Verantwortlichen vor Ort und in Schwandorf eine akute Gefahr für den Bestand des Regental-Gymnasiums in Nittenau (Bild). Gleiches gilt für den Standort Burglengenfeld. Bild: Mayer
Lokales
Nittenau
05.02.2015
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Der Landkreis Schwandorf sieht Gefahr in Verzug. Eine Erweiterung des Gymnasiums in Lappersdorf würde - so die Befürchtung - die Bildungseinrichtungen in Nittenau und Burglengenfeld stark tangieren. Nun wurde die Entscheidung im Kreistag Regensburg um fünf Wochen verschoben.

(my/nt) Am heutigen Freitag sollte das Thema dort entschieden werden. Laut Mitteilung des Regensburger Landratsamtes entfällt die Sitzung. Neuer Termin ist der 13. März. Dabei gehe es dann um die endgültige Entscheidung darüber, ob das Gymnasium Lappersdorf baulich erweitert und somit an die Schülerzahl angepasst werde, heißt es weiter in der Mitteilung.

Grund für die Verschiebung seien Nachfragen des Landkreises Schwandorf an den Gutachter. Landrat Thomas Ebeling habe bei einem gemeinsamen Treffen im Regensburger Landratsamt mit Landrätin Tanja Schweiger, dem Schulreferenten der Stadt Regensburg, Dr. Hermann Hage und den Fraktionsspitzen des Regensburger und Schwandorfer Kreistags erklärt, dass er das Gutachten noch nicht als abgeschlossen betrachte.

Dialog fortsetzen

"Der Landkreis Regensburg sieht das Gutachten als abgeschlossen an. Allen Fraktionen ist das Gutachten zugegangen und es gab keine Nachfragen. Es soll aber der vorgezeichnete Weg zu Ende gegangen und damit dem Landkreis Schwandorf noch die Möglichkeit eingeräumt werden, weitere Aspekte einzubringen", erklärte Landrätin Tanja Schweiger.

Der Landkreis Regensburg habe das Gutachten zur Entwicklung der Schüler- und Klassenzahlen von Realschulen und Gymnasien im Raum Regensburg gemeinsam mit dem Landkreis Schwandorf und der Stadt Regensburg in Auftrag gegeben. "Die beiden Partner haben gebeten, sich nochmal zu treffen und insbesondere der Landkreis Schwandorf hat noch Nachfragen an den Gutachter. Daher wird der gemeinsame Abschlusstermin erst im März stattfinden können", so die Landrätin. Auch die Regierung der Oberpfalz, die letztendlich die schulaufsichtliche Genehmigung für die Vierzügigkeit erteilen müsse, wünsche eine Fortsetzung des Dialogs zwischen den beiden Landkreisen und der Stadt Regensburg und warte auf eine Abstimmung zwischen den drei Partnern.

Der Zeitplan

Mit der Verschiebung der Entscheidung um fünf Wochen, liege man immer noch im Zeitplan. Seit der einstimmigen Entscheidung des Regensburger Kreistags am 8. Dezember 2014, das Gymnasium Lappersdorf schnellstmöglich zu einem vierzügigen Gymnasium zu erweitern, habe bereits am 15. Dezember 2014 ein erstes Gespräch mit der Regierung der Oberpfalz zur Klärung der Bedarfsnotwendigkeit und zur Förderfähigkeit des Erweiterungsbaus stattgefunden. Die schulaufsichtliche Genehmigung und die Förderung könnten noch bis spätestens Ende November 2015 beantragt werden. Die Regierung der Oberpfalz könnte den vorzeitigen Maßnahmenbeginn ab Anfang des Jahres 2016 genehmigen. Für das Ausschreibungsverfahren wäre das Winterhalbjahr 2015/2016 vorgesehen und der Baubeginn im Frühjahr 2016.

Zehn Millionen Euro

Die großen Bedenken in Schwandorf haben ihren realen Hintergrund. Laut Statistik der Behörde sind im aktuellen Schuljahr 258 der 852 Schüler am Gymnasium Burglengenfeld im Landkreis Regensburg beheimatet. Das Nittenauer Gymnasium besuchen 155 Jugendliche aus dem Nachbarkreis. Hier sind insgesamt 617 Schüler registriert.

Gesetzt den Fall, die Lappersdorfer Einrichtung würde vierzügig realisiert, sehen die Verantwortlichen mit Landrat Thomas Ebeling an der Spitze eine reale Gefahr für beide Standorte im südlichen Landkreis Schwandorf. Im Übrigen wurden in den vergangenen Jahren allein zehn Millionen Euro in das Gymnasium Nittenau investiert. Hinzu kommt der Landkreisanteil für die benachbarte Regentalhalle (Dreifachturnhalle), die ohne die damals prognostizierte Belegung des Gymnasiums nicht hätte gebaut werden können.
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