Applaus für die "Dorfratsch'n"

Lokales
Nittenau
16.10.2015
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Allein der Titel versprach einen amüsanten Abend. Das "Nittenauer Bauerntheater" brachte "Die Dorfratsch'n" auf die Bühne. Die Premiere kam im vollbesetzten Pirzersaal gut an.

Die Schauspieler gaben alles, um den Charakteren im Dreiakter von Fred Bosch Leben einzuhauchen. Regisseurin Ottilie Mandl hatte bei der Besetzung ein gutes Gespür bewiesen: Den Darstellern waren ihre Rollen auf den Leib geschrieben, und auf der Bühne liefen sie zur Höchstform auf.

Neugierige Magd

Magd Kathi (Sabine Aschenbrenner) machte von Anfang an keinen Hehl aus ihrem Hang zur Schnüffelei. "Irgendetwas geht vor", ist sie sich sicher, dass ihr Dienstherr, der Bauer Bertl Wildmoser (Georg Hunger), ihr etwas Wichtiges verheimlicht. Dem wiederum sind die detektivischen Ambitionen seiner Haushälterin schon länger ein Dorn im Auge. Doch er hatte auf dem Sterbebett seiner Frau versprochen, sie im Dienst zu behalten.

Mit seinem Sohn Peter (Franz Altmann) schlägt er sich mehr schlecht als recht auf dem Hof durch. Die Armut ist es auch, die den Bürgermeister und Großbauern Ignaz Holzer (Fritz Schüller) mit der Mistgabel erbost auf die Bühne stürmen lässt. Denn eine Verbindung seiner Tochter Reserl (Simone Adams) mit diesem Hungerleider Peter will er auf jeden Fall verhindern. Ein ominöser Brief taucht auf, den die Kathi verbotenerweise liest. Die macht sich ihren eigenen Reim auf den Inhalt und dichtet ihrem Bauern ein "Gspusi" an.

Ihre Neuigkeiten muss sie unbedingt mit der Rosl (Maria Weber), der Frau des Bürgermeisters, teilen, die dem Schnaps nicht abgeneigt ist. Und die sich berufen sieht, ihren Weiberstammtisch mit Neuigkeiten zu versorgen und sich in ihrer Position um den Ruf des Dorfes "sorgt". Ein Inserat in der Tageszeitung macht die Verwirrung komplett. Ein Sinneswandel packt nun den Bürgermeister, der aufgrund der Informationen seines "ihm von Gott anvertrauten Weibs" denken muss, dass der Wildmoser Peter doch eine recht gute Partie für sein Töchterl abgibt. Pech für ihn, dass die beiden nun plötzlich nichts mehr voneinander wissen wollen.

Das vermeintliche "Gspusi" des Wildmoser-Bauern taucht auf. Tatsächlich handelt es sich dabei um seine in Amerika lebende Schwester (Ramona Schmalzl), die es mit ihrem Mann zu einem beträchtlichen Wohlstand gebracht hatte. Die Begrüßung zwischen den Geschwistern und dem Neffen fällt recht herzlich aus, zum dem Entsetzen der Magd: "Das ist ja die reinste Bigamisserie".

Noch zwei Aufführungen

Bis sich alles aufklärte und die "Dorfratsch'n" in den Hühnerstall verbannt wird, amüsierte sich das Publikum köstlich über die witzigen Dialoge, die von der gekonnten Mimik und Gestik der Darsteller unterstrichen werden. Oft gab es nach den Szenen Applaus, genauso wie am Schluss. Wer die Premiere und die Aufführung am Sonntag verpasst hat, hat noch die Möglichkeit, sich am Freitag um 19 Uhr und Samstag um 18 Uhr über das geheimnisumwitterte Ende selber ein Bild zu machen.

Bevor sich der Vorhang schloss, holte das Schauspielerensemble auch die Leute hinter den Kulissen vor: Neben Regisseurin Ottilie Mandl für waren dies die beiden Souffleusen Anna Bley und Rosi Fries, sowie Charly (Karl-Heinz) Bauer und Dieter Weber vom Support.
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