Ausflug zum Steinbruch in Treidling mit der "Akademie für Natur und Industriekultur ...
Uni und Labor überwachen Qualität

Betriebsleiter Dr. Kristian Daub zeigte der Gruppe der "Akademie für Natur und Industriekultur Ostbayern Böhmen" den Steinbruch Treidling bei Nittenau. Bild: hfz
Lokales
Nittenau
12.03.2015
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Überwältigt von dem riesigen Krater stand eine Besuchergruppe am Rand des Steinbruch Treidling bei Nittenau, der von der Firma Schwinger betrieben wird. Hochwertiger Gleisschotter, Diorit, Granit-Findlinge oder Steinkörbe sind nur einige Beispiele, welche die Firma weithin bekannt machten. So hatte die "Akademie für Natur und Industriekultur Ostbayern Böhmen" mit Sitz in Neunburg v. Wald zum Jahresthema "Steine" eine Exkursion in den Steinbruch angesetzt.

Noch befindet sich der Steinabbaubetrieb mit seinen 65 Mitarbeitern in der Winterrevision, erklärte Dr. Kristian Daub, der zusammen mit Horst und Jörg Schwinger den Betrieb am Rande der Stadt Nittenau leitet. Der Ingenieur empfing die rund 30-köpfige Gruppe, die einen Steinbruch einmal hautnah erleben wollte. Vorsitzender Dr. Peter Deml von der "Akademie für Natur und Industriekultur Ostbayern-Böhmen" zeigte sich überrascht von der großen Resonanz.

"Wir sind ein Industriebetrieb, dessen Ausgangsstoff der Granit ist, und arbeiten in und mit der Natur", sagte Daub in einem kleinen Einführungsvortrag. Rund 200 Millionen Tonnen Gestein werden jährlich von den über 400 Steinbrüchen in Deutschland angebaut. In Bayern wird von über 100 Betrieben der Naturstein gewonnen. Vor Jahrmillionen entstand der natürliche Bau- und Naturstein, erfuhren die Exkursionsteilnehmer. Am Rand des rund 100 Meter tiefen Kraters erklärte Betriebsleiter Daub, dass rund eine Million Tonnen Gestein hier jährlich abgebaut werden. Das gebrochene Schottermaterial wird in verschiedenen Körnungsgrößen verarbeitet. Edelsplitt findet sich bei der Beton- und Asphaltherstellung wieder. Gleisschotter der Klasse S werden der Deutschen Bahn für ihre Hochgeschwindigkeitsstrecken geliefert. Die "hohe Qualität" werde laufend von der TU München als auch im eigenen Labor überwacht, so Dr. Daub. Im sogenannten "Steinbeißer" zerkleinern zwei Brechplatten das Gestein, das danach über eine Bandanlage zur Produktionshalle geschafft wird und dort zu verschiedenen Körnungen aufbereitet wird. "Modernste Gewinnungs- und Aufbereitungstechnik kommt in unserem Treidlinger Steinbruch zum Einsatz", erläuterte der Betriebsleiter. Der Rohstoff "Stein" findet sich dann in der Baustoffindustrie oder als Zuschlagsstoffe in der Asphalt-, Beton- und Ziegelindustrie wieder.

Im Anschluss an die Exkursion referierte Evamaria Saller im Brauereigasthof Jacob über die Sandsteinvorkommen in der Bodenwöhrer Bucht, die sich von Schwandorf bis nach Roding erstreckt. Die Referentin untersuchte in ihrer Bachelorarbeit die Vorkommen, die Gewinnung des Sandsteins und seine Verarbeitung. Der Schwerpunkt ihrer Untersuchungen lag im Bereich Erzhäuser/Pingarten, wo die Brüche seit 1886 ausgebeutet wurden.
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