Ausstellung macht im Rathaus-Foyer Station - Geschichtliche Einordnung
"Auf den Spuren der Hussiten"

Lokales
Nittenau
27.02.2015
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Die Hussiten haben vielfach eine schlechte Presse. Raublustig, gewalttätig und mordlüstern fallen sie über die friedlichen Nachbarländer her und verwüsten Felder und Dörfer, heißt es in der Pressemitteilung des Stadtmuseums, das eine Ausstellung zu den Spuren der Hussiten präsentiert.

Schon vor Martin Luther habe es Strömungen gegeben, die die Weltlichkeit der Amtskirche mit dem Evangelium verglichen und anprangerten. John Wyclif sei einer von ihnen gewesen und Jan Hus sei mit seinen Lehren in Kontakt gekommen, habe schließlich in seinem Sinne gepredigt - für die Wahrheit des Glaubens und gegen den Papst. Vor das Konzil von Konstanz zitiert, habe er die Anschuldigungen gegen ihn mit den Grundsätzen der Bibel entkräftet. Er wurde 1415 öffentlich verbrannt.

Eine Ehrenrettung habe Jan Hus wohl nicht mehr nötig, so die Pressemitteilung. Als Vordenker Martin Luthers sei seine Position definiert. Die Hussiten hingegen bedürften zumindest einer differenzierten Betrachtung. Dies sei seit einigen Jahren durch eine Wanderausstellung möglich, die am Donnerstag, 5. März, um 19 Uhr im Rathaus Nittenau Station mache. "Auf den Spuren der Hussiten" hätten Franz Grundler und Dominik Dorfner einiges eingesammelt, was den Fokus wieder von der Grausamkeit und Brutalität hin zu Überzeugungen und historischer Einordnung verschiebe. Die Ausstellung wird bis 9. April zu den Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen sein.
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