Der oberpfälzische Humor

Lokales
Nittenau
04.10.2014
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Er beherrscht die "Kunst der schönen Schrift". Doch damit nicht genug. Hans Maierhofer hat auch Humoristisches auf Lager, wie bei einer Lesung deutlich wurde. Und dabei ging es "ehrlich bis auf die Knochen" zu.

Kürzlich faszinierte Hans Maierhofer mit seiner Kalligraphie, mit der er sich bereits einen Namen gemacht hat. Doch der Künstler kann noch mehr: Wieder in der Kunstgalerie "horst" erfreute er einen großen Zuhörerkreis mit seinen "Oberpfälzer Geschichten".

Der Leistenbruch

Der Autor möchte die Menschen unterhalten und sie zum Lachen bringen. Doch steckt nicht mehr dahinter? Im Laufe der Lesung gewann der ein oder andere Besucher diesen Eindruck. Begriffe erhalten eine andere Dimension. Wenn einer Schuster werden soll, wegen eines Leistenbruchs etwa. Und durchaus Gedanken macht sich jemand, der in einem Zeugnis über einen Fleischer lesen muss: "Ehrlich bis auf die Knochen". Die allgemein bekannte Wortkargheit des typischen Oberpfälzers gipfelt schließlich darin, dass er sich am Telefon sehr kurz hält, vor allem, wenn er über keine Flatrate verfügt. Kaum eine Frage gestellt, wartet der Anrufer die Antwort gar nicht ab, sondern legt einfach auf. Überhaupt die Arbeitswelt: Kaum ein Betrieb, in dem sich nicht einmal auch ein Konfliktpotenzial verbirgt. Und dann braucht es ein "Konfliktmanagement". Da schimpft einer über einen Kollegen, beschwert sich lauthals beim Chef. Und dieser deeskaliert mit den einfachen Worten: "Du weißt doch, der Schmucker Sepp ist ein Künstler."

Einige Geschichten drehen sich um das Wasserwerk. Das Gesundheitsamt bemängelt die Spinnweben darin. Und besagter Schmucker Sepp antwortete: "Das nutzt nichts, wenn ich den Verursacher kenne und außerdem hängen die an der Decke und tun dem Wasser gar nichts." Spaßig gestaltet sich auch die Geschichte mit der Bank. Ein auswärtiger Prüfer sieht drei Mitarbeiter, die Karten spielten. Den Schalk im Nacken drückt er den Alarmknopf und nichts geschieht - vorläufig. Schließlich kommt eine Bedienung herein und bringt drei Portionen dampfenden Schweinebraten.

"Dankschön Herrgott"

In einer Stadt wird eine Straße zur Einbahnstraße umfunktioniert. Dessen ungeachtet befährt eine Frau die Trasse in falscher Richtung. Ein Polizeibeamter macht sie darauf aufmerksam und fortan schiebt die Frau ihr Fahrrad durch diese Straße. Aufgehalten von der Polizei, das nimmt sie sich sehr zur Herzen und denkt: "Herrgott hilf, ich bin doch keine Verbrecherin".

Und der Herrgott hat sie erhört. Da dieser aber nicht direkt mit der Polizei in Kontakt treten will, tut er es über den Pfarrer. Der hat sich über die Einbahnregelung geärgert und erreicht schließlich, dass diese Regelung wieder geändert wird. Und so hat der Polizist die alte Frau wieder angehalten und gesagt, dass sie ihr Rad nicht mehr schieben braucht. "Dankschön Herrgott", lautet ihr Kommentar.
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