Die Gefahren minimieren

Eine der geplanten Maßnahmen zum Hochwasserschutz ist die Verlegung des Wehres an der großen Regenbrücke flussaufwärts. Gleichzeitig soll das Flussbett in diesem Bereich abgesenkt werden. Bild: Schieder
Lokales
Nittenau
11.05.2015
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Die Bürgerinitiative Hochwasserschutz besteht seit zwölf Jahren. Eine Reihe von Schutzmaßnahmen wurde bereits umgesetzt. Bei der Versammlung wurde aber auch deutlich, dass es noch Einiges zu tun gibt. Die Stadtverantwortlichen wissen das auch.

BI-Vorsitzender Franz Josef Schreiner erinnerte bei der Jahreshauptversammlung der 120 Mitglieder umfassenden Vereinigung im Gasthof Jakob an die Projekte, die bereits umgesetzt wurden. Aber damit könne man sich nicht begnügen. Um künftig vor den Hochwassern größeren Ausmaßes geschützt zu bleiben, seien noch weitere Umsetzungen der Planung nötig.

Die relativen Belange

Die Anregung der BI, im Zuge der Instandsetzung der Flutmulde den Uferweg zwischen Regen-Weg und Flutmulde neu zu gestalten und wieder begehbar zu machen, sei nicht in Angriff genommen worden. Die Gefahr für die Boots- und Kanufahrer, beim Aussteigen am kleinen Regen, in den Sog des Turbinenlaufs gezogen zu werden, sei durch das Einbringen eines Abweisbalkens verringert worden. Doch müsse die Stadt sich noch weiterhin um eine sicherere Ausstiegshilfe bemühen.

Noch immer habe sich nichts getan beim Betrieb der Kraftwerkanlage am Hammerbach in Bodenwöhr. Ein personeller Wechsel im Wirtschaftsamt Weiden sei erfolgt, er hoffe, dass die Angelegenheit nun schneller voran gehe, so Schreiner. Im Februar dieses Jahres habe im Landratsamt ein Fachstellengespräch stattgefunden. Erörtert worden seien alle relevanten Belange für das Genehmigungsverfahren zum technischen Hochwasserschutz, sowie verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung. Alle Laich- und Brutstätten, sowie die Fisch-, Muschel- und Vogelarten müssten wegen des Flora-Fauna-Habitat-Gebiets katalogisiert werden. Bei der Stadtratssitzung im April seien Planungsaufträge für Gewässer dritter Ordnung für den Dobel und den Frankenbach in Auftrag gegeben worden, ließ Schreiner wissen. Seit Bestehen der BI stehe die Forderung nach Rückhaltung in der Fläche im Raum. Dem werde jetzt Rechnung getragen. Er hoffe auf zeitnahe Umsetzung.

Zweiter Bürgermeister Albert Meierhofer dankte dem BI-Vorsitzenden für seine engagierte Arbeit für den Hochwasserschutz in Nittenau. Ergänzend zu den Ausführungen von Schreiner sagte Meierhofer, dass im Rathaus ein Workshop mit der zentralen Frage stattgefunden habe, wie man mit Hochwasserkatastrophen umgehe könne. Hermann Riedl habe zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt einen detaillierten Plan ausgearbeitet. In drei bis vier Wochen komme die Baugrunduntersuchung zum Abschluss. Bis Ende des Jahres seien dann die Pläne da.

In Bezug auf den Bau der Regenbrücke müsse eine Abstimmung mit dem Straßenbauamt erfolgen. Die Stadt fordere aber zwei Planfeststellungsverfahren in getrennter Form. Zu den Gewässern dritter Ordnung verwies Meierhofer darauf, dass Grundstücke für die Renaturierung angekauft worden seien. Hier erstelle das Büro "landimpuls" in Regenstauf den Plan. Der Markt Bruck sei dabei, eine Renaturierungs-Maßnahme zu planen. "Bruck fängt an, wir machen weiter", so Meierhofer.

Im Hinblick auf die Hochwasserfreilegung teilte er mit, dass die Grundstücke am Regen angekauft wurden. Die Kosten der Freilegung beliefen sich auf 13 Millionen Euro. Er hoffe auf 50 Prozent Förderung an Zuschüssen. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", betonte Meierhofer. Schreiner regte an, Hilfsorganisationen finanziell zu unterstützen. Diese Zuschüsse müssten aber im direkten Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz stehen. Einstimmig votierten die Anwesenden dafür, insgesamt 3000 Euro auf die Feuerwehren Bergham, Nittenau und der Wasserwacht aufzuteilen.
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