Die Herzen weit öffnen

Der Männerchor Nittenau, Organisator des Nittenauer Adventssingens, überzeugte das vielköpfige Publikum in der Pfarrkirche. Bilder: Schieder (3)
Lokales
Nittenau
16.12.2014
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Konsum und Hektik bestimmen oftmals die Zeit vor dem Fest. So ist die Mahnung, sich auf das Wesentliche zu besinnen, keineswegs fehl am Platze. Die Gedanken wurden in ein wunderbares adventlichen Konzert eingebunden.

"Komm her, freu dich mit uns..." - mit dieser Aufforderung war das Adventssingen am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche Mariä Geburt übertitelt, zu dem Pfarrer Adolf Schöls zahlreiche Besucher willkommen hieß. "Advent will dich fragen, Herz bist du bereit?": Mit diesen Worten von Eckart zur Nieden aus "Advent ist heut" führte der Ortsgeistliche an den Sinn von Weihnachten heran. Bereit sein, den Herrn, der in ärmlichen Verhältnissen geboren wurde, hereinzulassen, das solle sich das Herz fragen lassen. Leichter falle dies durch die Adventssingen, die derzeit gerne allerorts angeboten würden. Die Stadtkapelle stimmte mit "Adventliches" auf den Nachmittag ein. Doch auch die Zuhörer waren gefordert, so beim Mitsingen unter Orgelbegleitung zu Beginn und am Ende der Veranstaltung, so dass eine echte Gemeinschaft zwischen Darbietenden und Publikum entstand.

Spiegel vorgehalten

Instrumentalmusik durch Orgel, Spielmannszug und Stadtkapelle wechselte mit den Gesängen der Chöre "Subito", Jugendchor Campanelli, Chorgemeinschaft, Männerchor und "Just for Fun" aus Rappenbügl. Besinnliche Klassiker wie "Maria durch ein Dornwald ging", "Es blüh'n drei Rosen auf einem Zweig" oder "The little Drummer Boy" erklangen ebenso, wie das Spiritual "Amen". "Wenn ich der Teufel wär" - anhand dieser Worte hielt der Geistliche so manchem geschäftigen Treiben, das den Sinn von Weihnachten verdränge, den Spiegel vor. Mit Geld könne man Menschen dazu bringen, länger zu arbeiten. Die Frauen würden mit Hausputz und Backen beschäftigt. Das Gegenmittel für den inneren Frieden heiße Tempo, um die Menschen auf Touren zu bringen.

Gegen die Stille helfe Rummel, damit die Menschen auf keinen Fall das Schlagen der rettenden Stunde vernähmen. Und an den Feiertagen selbst lasse man sie ausschlafen und gut essen, damit sie träge würden. "Wenn ich der Teufel wär', hätte ich es gar nicht so schwer, an Weihnachten auf meine Kosten zu kommen." folgerte der Sprecher. Die Adventszeit erfordere Wachsamkeit. Viele Menschen betäubten sich auf verschiedene Weise. Rege Geschäftigkeit und Hektik versperrten den Blick für das Wesentliche. Wachsamkeit bedeute, "hinzuhören auf das, was Gott in den leisen Impulsen meines Herzens zuflüstern möchte", so Pfarrer Schöls.

Für die Hospizhilfe

Am Ende des Adventssingen lobte er die Vielfalt, die eine Bereicherung für den Zuhörer darstelle. Das Adventssingen habe "unheimlich gut getan". Seinen Dank sprach er den Mitwirkenden aus sowie Julius Schmatz, Vorsitzender des Männerchors Nittenau, für die Organisation. Abschließend sang man gemeinsam in Begleitung durch die Stadtkapelle das Lied "Tauet Himmel, den Gerechten".

Eintritt wurde nicht erhoben. Die Spenden kommen den Caritas-Sozialstationen für die Hospizhilfe zugute. Applaus brandete auf.
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