Drei Engel und Konsequenzen

Graf Ferdinand von Hohenhausen (Arnold Pöppl) weiß genau, was Frauen gerne mögen. Sein charmanter Handkuss lässt bei Gerda (Franziska Meißel), Hedwig (Margareta Breuer) und Irmgard (Christina Schwarz, von rechts) alle Dämme brechen. Bild: Mayer
Lokales
Nittenau
28.04.2015
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Wenn der Charmeur auf der Bildfläche erscheint, brechen bei den Frauen alle Dämme. Zudem ist der Herr von Adel und eng liiert mit dem britischen Königshaus. Nur die Finanzen sind knapp. Kein Problem: Die Damen helfen aus. Doch am Ende kommt es bei "3 Engel für Ferdi" ganz anders.

Der Theater- und Festspielverein Nittenau hat wieder ein turbulentes und erheiterndes Stück auf die Bühne gebracht. Die Komödie von Ute Tretter-Schlicker erlebte am Freitagabend im Landgasthof Schmidbauer in Muckenbach ihre Premiere, zu der Theaterleiterin Franziska Meißel willkommen hieß. Ihr Versprechen auf unterhaltsame Stunden ging voll in Erfüllung.

Die Akteure des Dreiakters liefen zu Höchstform auf und bewältigten ihre Rollen äußerst authentisch. Seinen Auftakt nimmt das Geschehen mit einem Blick auf das eher triste Eheleben zweier Paare. Rudolf (Edi Fleischmann) hat so sein Kreuz mit Gattin Gerda (Franziska Meißel). Er steht nämlich mächtig unter dem Pantoffel.

Seine Schwester Irmgard (Christina Schwarz) passt da bestens in diese Szenerie. Im benachbarten Heinz (Rudolf von Bornas) hat Rudolf einen Leidengenossen, denn auch dem macht seine Ehefrau Hedwig (Margareta Breuer) das Leben zur Hölle und schlägt schon mal mit der Bratpfanne zu.

Hin und weg

Ein eher tristes Eheleben also für die beiden Paare, bis - ja, bis hoher Besuch naht. Rudolf hat sich in der Kur mit Graf Ferdinand von Hohenhausen (Arnold Pöppl) angefreundet und diesen zu einem Besuch eingeladen. Die Damen können es kaum mehr erwarten. Und dann kommt der Graf, ein junger, eleganter und gut aussehender Herr, der sich mit einem Handkuss einführt.

Die drei Frauen sind hin und weg, jede sieht sich als Favoritin bei dem Adeligen, der ihnen zudem Kontakt zum britischen Königshaus verspricht. Nur ein kleines Problem gibt es: Ihm sei das Geld abhanden gekommen, sagt Graf Ferdinand. Kein Problem: Die Damen helfen mit "Cash", dem Sparbuch und der Kreditkarte aus. Natürlich ohne Wissen der Männer.

Der Machtwechsel

Nebenbei bahnen sich noch Verwicklungen mit Justus (Michael Steiner) an, von Beruf "Deutscher Postbeamter", wie er mehrfach konstatiert. Er sieht in Irmgard die Traumfrau, tut sich aber mit der Artikulierung schwer, was zu Missverständnissen und lustigen Situationen führt. Doch auch dieser Handlungsstrang wendet sich zum Guten. Dass die Ehemänner am Ende die Oberhand gewinnen, ist schnell erzählt: Natürlich kommen sie dahinter, dass es sich heim Grafen um einen Heiratsschwindler und Hochstapler handelt, der ihre nunmehr "geknickten" Frauen tüchtig "abgezockt" hat. Jetzt wird auf den Tisch gehauen und endlich die Macht im ehelichen Geschehen übernommen. Und der Graf? Die Lösung des letzten Rätsels können die Besucher bei den Vorstellungen am 2. Mai um 19.30 Uhr und am 3. Mai um 18.30 Uhr erleben. Der Szenen- und riesige Schlussapplaus war am Freitag Belohnung für eine tolle Vorstellung. Er galt den Akteuren, den Helfern und der Souffleuse Heidi Gleixner.
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