Duo "Two" in der Burg-Kapelle in Hof am Regen
Mit genialer Interpretation

Maria Dorner-Hofmann gestaltete als Sängerin und Flötistin zusammen mit Drake Mabry einen wundervollen Abend in der Burg-Kapelle. Bild: tie
Lokales
Nittenau
05.10.2014
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"Two" nennt sich das Duo, das mit Blasinstrumenten und Percussion Melodien improvisiert oder mit schon vorhandenen experimentiert. In der Burg-Kapelle in Hof am Regen erlebten die Besucher einen spannenden musikalischen Abend.

Schon auf dem Programmblatt war das Wort "experiment" über das Wort "Konzert" gedruckt und als solches entpuppte sich die Veranstaltung im Zuge der Hofer Konzerte in der Burg-Kapelle Hof am Regen. Maria Dorner-Hofmann gestaltete als Sängerin und Flötistin zusammen mit Drake Mabry, der die türkische Neyflöte, ferner die Bambusklarinette spielte und auch noch verschiedene Schlaginstrumente bediente, unter dem vielsagenden Titel "TWO" einen Abend mit interessanten neuartigen Klängen.

Der Klang macht es

Und als ob das nicht genug wäre, wurden diese Stück in verschiedener Klangfarbe zweimal gespielt und zeigten damit, wie anderer Klang gleichzeitig andere Stimmung erzeugt. Das begann schon mit dem ersten Musikstück. "Smeseno Horo" heißt es und stammt aus Bulgarien. Für Rhythmus zuständig war Drake Mabry auf einer Darbouka, einer kleinen Trommel. Maria Dorner-Hofmann kam melodiös die Blockflöte spielend langsam nach vorne. Dort angekommen, beschleunigte sie das Tempo und blies einen virtuosen Flötenpart, bis sich wiederum langsame sehnsüchtige Tonfiguren verbreiteten. Der Schluss war wieder schnell.

Eine Improvisation auf der Bambusklarinette schloss Drake Mabry an. Die sehnsuchtsvolle Melodie bekam einen intensiven Nachklang verpasst, den Maria Dorner-Hofmann so raffiniert sang, dass man sie nicht als Urheberin ausmachte. Das sephardische Schlaflied "Nani, Nani" wurde mitreißend auf der großen Blockflöte geblasen. Die Eigenkomposition "Silent Durations 50" von Drake Mabry besteht aus ganz knappen Tönen mit großem Schweigen beider Künstler dazwischen und nur manchmal werden Ansätze von Melodien kurz eingeschoben. Beeindruckend, welch starke Spannung damit bei den Zuhörern aufgebaut wurde. "Lamento di Tristano-Rotta", ein italienischer Song aus dem 14. Jahrhundert, enthält eine virtuose Melodie für die mittelgroße Blockflöte. Die Begleitung obliegt der Bodhran, einem wie bei einer Trommel gespannten Fell, aber ohne Korpus. Drake Mabry handhabte es virtuos.

Um "The Wonderful Widow of Eighteen Springs (Version 1 & 2) aufzuführen, wurde ein Gitarrenkoffer auf einen kleinen Tisch gelegt und diente den Händen von Drake Mabry als Rhythmusgeber. Maria Dorner-Hofmann sang dazu mit dunkler reiner Stimme die zwei Versionen. Im nächsten Stück erklang ein weiteres Instrument, die Subbass-Blockflöte. Das viereckige lange Holzgehäuse mit extrem tiefem Ton wurde von der Künstlerin exakt geblasen. Drake Mabry gab den Rhythmus dazu.

Freudiges Lachen

Schließlich wurde das Publikum in die Musik einbezogen. Es summte mit, während die Flöte eine Melodie spielte. Drake Mabry gab den Zuhörern die Einsätze, wann sie summen oder mit der Zunge schnalzen sollten. Den Mitmusiker machte das großen Spaß und ins schließliche Klatschen mischte sich freudiges Lachen. Zum Ende des Konzerts wurde noch einmal "Smesono Horo" vorgetragen, jetzt in einer Fassung für Subbassblockflöte und der gleichen Trommel wie am Anfang. Maria Dorner-Hofmann pfiff die Melodie, bevor ein rasantes Klanggewitter die Musik beendete.

Zwei Zugaben später endete ein Abend, der klanglich einzigartig ab gelaufen war. Eine wahre Freude für Leute, die ein musikalisches Experiment lieben.
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