Ein Bussi für die Kapitulation

Dass die Schere gezückt wurde, bereitete den Männern großen Spaß.
Lokales
Nittenau
13.02.2015
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Der Bürgermeister hatte keine Chance. Das Weiberkomitee übernahm samt Krawatten-Suche die Macht in der Stadt am Regen. Dem Rathaus-Chef wurde aber die Schlüsselübergabe auf besondere Weise versüßt.

"Die Amtsgeschäfte in Weiberhand zu übergeben", habe auch seine Vorteile, ließ Bürgermeister Karl Bley bei der Begrüßungsrede vor dem Rathaus verlauten. Wenn die Leute nämlich ein Kummer plage, kämen sie nun zur Helga, die mit Gstanzl schnell die Sorgen vertreibe. Der Umzug in die Regental-Halle sei gelungen, konstatierte Bley. Ein "volles Haus bei der Ü60-Party" und die Vorstellungen der Weiberfasenacht hätten dies bewiesen.

Der Bürgermeister hatte zum Schluss noch einen ganz großen Wunsch. Ehe er das Rathaus räume, "wäre ein Busserl von euch gar wunderschön". Die Damen ließen sich nicht lumpen. Und so wurde reihum herzhaft "geschmatzt", gab es dazu ein Gläschen Sekt.

"Fescher Schaffner"

Komitee-Chefin Helga Proske erinnerte nochmals an den "letzten Vorhang" des vergangenen Faschings im Pirzer-Saal. Nach 33 Jahren sei eine schöne Zeit zu Ende gegangen. Auf der Suche nach dem neuen Domizil habe das Komitee den Zug bestiegen. Es wurde aber diskutiert, ein neuer Zielbahnhof fehlte. Dann sei mit Karl Bley "ein fescher Schaffner eingestiegen" und habe als nächsten Halt die Regental-Halle avisiert. Das Großprojekt sei "skandalfrei und pünktlich umgesetzt worden". Ihr Dank galt dem Bürgermeister und ihrem Komitee, "das ohne Zögern und mit viel Elan die Reise angetreten hat". Abgeschlossen wurde der offizielle Teil mit Couplets, einer satirischen Liedform mit Kehrvers. Helga Proske und Julia Schlagenhaufer befassten sich mit dem Finanz-Thema. Zwei Beispiele: "Ja wer a Geld hot, tuat im Porsche sitzen und wer koans hot - der tuat d'Umwelt schützen"; "Ja wer a Geld hot, baut aa neis Pfarrhaus und wer koans hot - der macht an Weiher draus". Der Refrain war eindeutig: "Ja uns is alles oans, ob ma aa Geld ham oder koans". Die Besucher ließen sich von der guten Laune anstecken. "Unruhe" unter den männlichen Gästen brach aus, als die Schere gezückt wurde. Kein Wunder, denn die Krawatten mussten "dran glauben".
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