Eiskalte drei Kilometer

Nach und nach trafen die Winterschwimmer ein, die von Helfern der Wasserwacht in Empfang genommen wurden. Bild: sir
Lokales
Nittenau
01.03.2015
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Es herrscht Gänsehaut-Feeling pur - auch für die Zuschauer. Das Winterschwimmen dient nicht nur der persönlichen Abhärtung.

"Die ersten fünf Minuten sind die schlimmsten, dann geht es schon", meinten einige der 51 Teilnehmer beim Winterschwimmen, das die Wasserwacht Nittenau am Samstagnachmittag zum 14. Mal ausgerichtet hat. Nach der Anmeldung in der Aula der Grund- und Mittelschule ging es per Bus nach Muckenbach. Hier starteten die Schwimmer um die gut drei Kilometer lange Strecke im Fluss zurückzulegen, ehe sie am Jahnweg gegenüber dem Schulzentrum wieder den kalten Fluten entstiegen.

Unterstützt wurden sie von den Mitgliedern der Nittenauer Wasserwacht, die halfen, die Flossen "los zu werden". Ein paar Meter weiter gab es heiße Suppe, eine willkommene Erwärmung von innen, nach der eisigen sportlichen Betätigung. Diese hat zum Ziel, sich an diese extremen Verhältnisse zu gewöhnen, um so bei Notfällen wirksam helfen zu können.

Apropos Notfall: Für einen etwaigen Zwischenfall stand Notärztin Dr. Elisabeth König-Huber bereit und hatte ein wachsames Auge auf die Teilnehmer. Begleitet wurden die Schwimmer zudem von einem Boot der Wasserwacht Nittenau. Etwas Besonderes hatten sich Mitglieder der Wasserwacht Hahnbach einfallen lassen: Marius Wawersig, Markus Siegert, Benedikt Heisig und Martin Rauch führten einen originell konstruierten und zusammengebauten Grill auf dem Regen mit.

Plastikrohre bildeten den Rahmen, das Brett bzw. der Tisch wurde mit Kabelbindern auf diesem Rahmen zusammengebaut. Mit Kabelbindern war auch der kleine Campinggrill befestigt worden. Die 40 Grillwürste wurden auf Aluschalen gebrutzelt, damit sie nicht in die Glut oder auch in den Fluss, fallen konnten. Bei der Ankunft sorgten sie für Furore bei den Helfern und Schaulustigen, die sich inzwischen auch eingefunden hatten. Die Bratwürste wurden sogleich verzehrt und an die Helfer verteilt. Der Neoprenanzug müsse passen, dürfe auf keinen Fall zu groß sein, erläuterten Mitglieder der Wasserwacht den Umstehenden. Denn das Wasser, das sich zwischen Haut und Anzug sammle, erwärme sich und verbleibe dann am Körper. Ist der Anzug zu groß, finde ein ständiger Wasseraustausch statt.

Der Himmel präsentierte sich wolkenverhangen. Die Außentemperatur lag bei zirka fünf Grad und auch die Schätzungen bei der Wassertemperatur bewegten sich in diesem Rahmen. Die Siegerehrung fand dann in der Aula der Grund- und Mittelschule statt. "Das Wetter hat trotzdem gepasst", sagte Helmut Frey, Vorsitzender der Wasserwacht Nittenau. Mit 51 Teilnehmern liege man im Durchschnitt, allerdings gab es einige Absagen wegen der Grippewelle. Bürgermeister Karl Bley sagte, dass an diesem Wochenende Nittenau sportliches Zentrum sei. Es fanden auch noch die Bayerischen Fußballmeisterschaften der U13 statt. Bevor Frey die Sieger ehrte, dankte er allen Helfern für ihre Unterstützung, namentlich Christine Fuchs.
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