Erinnerung an die 30 Toten des Bombenangriffs auf Nittenau vor 70 Jahren
Gegen das Vergessen

Bürgermeister Karl Bley hielt die Gedenkrede im Altarraum der alten Kirche. Sie wurde am schlimmsten Tag für Nittenau von den Bomben ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen. Bild: Mayer
Lokales
Nittenau
29.12.2014
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Um 12.05 Uhr blieb die Turmuhr der Pfarrkirche stehen - vor 70 Jahren. Am vergangenen Sonntag läutete zu diesem Zeitpunkt die Sterbeglocke. Die Erinnerung an die 30 Toten des Bombenangriffs hat Bestand.

Die Menschen in der Stadt am Regen waren völlig ahnungslos. Alois Jehl hat das aufgezeichnet, was am 28. Dezember 1944 um 12.05 Uhr geschah. Der von den Nazis entfesselte verheerende Zweite Weltkrieg erreichte endgültig Nittenau. Von Norden her näherten sich laut Jehl starke amerikanischer Bomberverbände, sie befanden sich offenbar im Anflug auf Regensburg. Die Flugzeuge waren öfter in der Region unterwegs, doch dieses Mal flogen sie tiefer als sonst. Und dann brach das Inferno herein. Die tödliche Fracht wurde ausgeklinkt, die Bomben fielen auf Bergham und das Zentrum.

Frage nach dem Frieden

Eine davon traf den Platz zwischen Pfarrhof und Kirche. Dort starben der Kooperator Alfons Meier, Ministrant Norbert Dirmeier und Mesnerssohn Kulzer, der sich gerade auf Urlaub in seiner Heimat aufhielt. Insgesamt 30 Menschen verloren ihr Leben. Das jüngste Opfer war ein Jahr alt, das älteste 66. Zudem gab es eine Vielzahl Verletzte und zahlreiche zerstörte Gebäude. Daran erinnerte Bürgermeister Karl Bley bei seiner Gedenkrede im Altarraum der ehemaligen Kirche, der damals schwer in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Er blickte auf die schlimmen Ereignisse des zurückliegenden Jahrhunderts und stellte die Frage in den Raum, ob es den vielzitierten Frieden auf der Welt gebe. Angesichts der zahllosen aktuellen Konflikte rund um den Globus falle eine Beantwortung schwer.

Die Gedenkfeier zum 70. Jahrestag dieses schrecklichen Ereignisses solle der Erinnerung dienen, aber gleichzeitig auch Mahnung sein, sich weiterhin für den Frieden einzusetzen, der glücklicherweise seit sieben Jahrzehnten andauere. Insofern handle es sich um einen wichtigen Tag gegen das Vergessen, so Bley.
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