Fast 12 000 Hausbesuche

Keine Änderungen erbrachten die Neuwahlen beim Krankenpflegeverein Nittenau. Den Vorsitz hat Pfarrer Adolf Schöls inne. Als zweite Vorsitzende fungiert Marianne Fischer (rechts), als Schriftführerin Elisabeth Haberl (links) und als Kassiererin Elisabeth Tausch (Zweite von links). Bild: Schieder
Lokales
Nittenau
08.11.2014
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Die gesetzliche Pflegeversicherung reicht oftmals nicht aus bei der Inanspruchnahme von Leistungen im Bedarfsfall. Sinnvoll ist daher die Mitgliedschaft im Krankenpflegeverein. Die Nittenauer Einrichtung gab nun Rechenschaft.

Mitglieder erhalten einen Zuschuss von 60 Prozent der Kosten, die von ihnen nach Abzug der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung, entstehen. Bei der Versammlung in den Räumen der Caritas-Sozialstation am Donnerstagabend wurden die Vorteile einer Zugehörigkeit erläutert. Vorsitzender, Pfarrer Adolf Schöls, hieß auch Diplom-Sozialpädagogin (FH) Juliane Wudtke sowie den Referenten Franz-Xaver Lauterer willkommen.

Beachtliche Zahlen

Kassiererin Elisabeth Tausch legte die finanziellen Verhältnisse des Vereins vor. Den Mitgliederstand gab sie mit 393 Personen an, 19 weniger als im Vorjahr. Die beiden Revisoren Manfred Braun und Horst Rieder waren beide verhindert und hatten ihre schriftliche Stellungnahme zur Prüfung der Kasse abgegeben. Sie bescheinigten eine ordentliche Führung der Geldgeschäfte. Diplom-Sozialpädagogin (FH), Juliane Wudtke, lieferte einige statistische Werte aus der Caritas-Sozialstation im Einzugsgebiet des Krankenpflegevereins Nittenau. So wurden 2013 insgesamt 74 Patienten versorgt, 11 810 Hausbesuche getätigt sowie 38 579 medizinische und sonstige Verrichtungen vorgenommen. Die Summe der erbrachten Leistungen beträgt 6402,80 Euro. An Pflegeeinsätzen seien 152 zu verzeichnen. Auch die Pflegeberatung erfolgte.

Beim "Essen auf Rädern" wurden 3321 Portionen ausgegeben. Den Hausnotruf nutzen 34 Personen, die Verhinderungspflege acht, die medizinische Fußpflege 19 Menschen. 33 Personen sind Mitglied beim "Betreuten Wohnen daheim" (BWD), wovon fünf diesen Dienst auch genutzt hatten. Im gesamten Caritas-Sozialstation-Bereich Nittenau seien acht Personen von ehrenamtlichen Hospizhelfern versorgt und dabei 101 Stunden erbracht worden. Einmal wöchentlich trifft sich die Betreuungsgruppe von Menschen mit Einschränkungen. Im letzten Jahr waren es 45 Nachmittage mit durchschnittlich sieben Teilnehmern.

Die Neuwahl brachte folgendes Ergebnis: Vorsitzender ist Pfarrer Adolf Schöls. Als zweite Vorsitzende fungiert Marianne Fischer. Die Kasse führt Elisabeth Tausch. Geprüft wird sie von Manfred Braun und Horst Rieder. Schriftführerin ist Elisabeth Haberl. Wudtke dankte dem Vorstand für sein ehrenamtliches Engagement. Leider gebe es beim Krankenpflegeverein kaum Nachwuchs, bedauerte sie das mangelnde Interesse an einer Mitgliedschaft. Franz-Xaver Lauterer referierte zum Thema "Reise ins Vergessen - Erfahrungen in der Betreuung dementiell Erkrankter".

Die Altersbedingtheit

Vorsichtigen Schätzungen zufolge würden in Deutschland bis zum Jahr 2040 etwa zwei Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen leben. Es handle sich dabei um eine Erkrankung des Alters. Seien es bei den 65- bis 69-Jährigen etwa fünf Prozent, steige die Häufigkeit bei den 75- bis 79-Jährigen bereits auf zwölf Prozent an. Bei den 80- bis 90-Jährigen seien es 24 Prozent.

Die Ursachen des geistigen Abbaus seien weitgehend unbekannt. Eine Heilung gebe es bislang nicht, wohl sei aber eine Linderung der Symptome möglich. Festgestellt wurde eine Ablagerung von Eiweißstoffen, wie es dazu kommt, sei aber nicht geklärt. Die Demenz könne in vier Stadien eingeteilt werden. Am Anfang stehe eine mangelhafte Orientierung, danach folgten Zeitverwirrtheit, sich immer wiederholende Bewegungen bis hin zum "Vegetieren" (kein eigenständiger Mensch mehr). Eine Erleichterung verschafften die Betreuungsnachmittage, vor allem auch für die pflegenden Angehörigen, die dadurch eine Pause und Zeit für sich erhielten.
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