Frage nach dem Lebenssinn

Farbe bekennen: Das fiel auch dem verängstigten Petrus schwer.
Lokales
Nittenau
30.05.2015
0
0

Die jungen Menschen erreichen - das möchte der Ausschuss "Jugend" des Pfarrgemeinderates. Mit einem vielsagenden Auftritt und einer Musik, die sie anspricht, starteten die Verantwortlichen einen neuen Versuch. Nicht nur die Kinder und Jugendlichen waren begeistert.

Der Jugendgottesdienst startete am späten Vormittag des Pfingstsonntags, ein Zugeständnis an junge Leute, bei denen es erfahrungsgemäß durch das Ausgehen am Wochenende etwas später wird. Pfarrer Adolf Schöls zelebrierte die Messe in der Pfarrkirche Mariä Geburt. Musikalisch bereichert wurde sie von der Band "Pankratius Voices" aus Roding. Immer wieder richtete sich die Aufmerksamkeit der Kirchenbesucher auf die Empore zu den Sängern, die im harmonischen Zusammenklang und mit Solopartien für eine besondere Atmosphäre im Gotteshaus sorgten. Es ist modernes Liedgut, das sie präsentierten, darunter die Pop-Ballade "Ich glaube", den Musikern von "Adoro" nachempfunden, sowie einige Gospels.

Eine genormte Farbe

"Farbe bekennen": Unter diesem Motto stand der besondere Gottesdienst für Jugendliche und Junggebliebene. Nachdenkliches boten die engagierten Jugendlichen mit ihren Darstellungen. Sie warfen die Frage nach der Gestaltung des eigenen Lebens auf. Erarbeitet wurde die Thematik mit dem Leiter des Sachausschusses "Jugend" des Pfarrgemeinderates, Jochen Brunner. "Grau", die Farbe zwischen Weiß und Schwarz, sei eine genormte Farbe, eine beruhigende, eine, bei der man untertauchen kann. "Doch ist das der Sinn des Lebens?" lautete die Frage. Es gebe auch andere Zeiten, in denen man Farbe bekennen müsse. Die Jugendlichen zeigten, dass bunt besser ist als das triste Grau.

"Grau ist in", meinte auch Pfarrer Adolf Schöls, der die vorgetragenen Gedanken der Jugend in seiner Predigt aufgriff. So ließen sich viele junge Frauen die Haare grau färben. Manche seien natürlich ergraut, andere wären froh, wenn sie welche hätten, anstelle des "Nichts". Dafür erntete der Geistliche ein amüsiertes Lächeln der Zuhörer. "Grau ist irgendwie neutral und irgendwie langweilig", fuhr Schöls fort.

Von einem Menschen, der nie auffalle, sage man, er sei eine "graue Maus". Auch werde von einem "grauen Alltag" gesprochen, mit seinen Herausforderungen. Grau sei auch der Alltag der Jünger nach dem Tod Jesu gewesen. Der heilige Geist habe aber Farbe in ihr Leben gebracht. Die Christen lebten in dieser Welt wie andere auch, gestalteten ihr Leben aber wie eine Durchgangsstation. Man gebe sich nicht mit Oberflächlichkeit zufrieden, das bringe Farbe ins Leben. Zwar sei das Leben auch grau, trotz aller Annehmlichkeiten. Doch wolle der heilige Geist dazu anspornen, nachzudenken, dass es mehr gebe.

Jesus verleugnet

Der Geistliche riet, sich zu fragen, was einen wirklich erfülle, denn die Seele werde oft vernachlässigt, weil keine Zeit für Stille und das Gebet bleibe. Farbe zu bekennen sei auch Petrus schwergefallen. Die Jugend stellte die Szene dar, wie er Jesus drei Mal verleugnete, ehe der Hahn zwei Mal krähte. Pfarrer Schöls dankte den "Pankratius Voices" und dem Sachausschuss Jugend mit seinen Darstellern für die Gestaltung des Gottesdienstes, woraufhin spontaner Applaus einsetzte.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7908)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.