Gefahr für Waldarbeiter steigt

Lokales
Nittenau
10.11.2015
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Für die Mitglieder der Waldbesitzervereinigung (WBV) Roding gab es einen ganzen Packen Informationen. Referenten sprachen über die Sicherheit bei Waldarbeiten sowie über Schädlinge wie den Borkenkäfer.

Die Männer und Frauen trafen sich im Gasthof Fuchs in Neuhaus, um sich von Fachleuten zum Thema Borkenkäferbefall und Unfallverhütung informieren zu lassen. Der Vorsitzende des WBV, Josef Ziegler, zeigte sich bei seiner Begrüßung sehr erfreut über den guten Besuch und stellte auch die Referenten vor.

Den Anfang machte Fabian Pscheidt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Schwandorf. Der Leiter des Forstreviers Bodenwöhr informierte die Waldbesitzer umfassend über den Buchdrucker, auch Borkenkäfer genant, und den Kupferstecher. Die beiden, die fast ausschließlich die Fichte befallen, könne man durch unterschiedliche Anzeichen leicht voneinander unterscheiden. So befällt der Kupferstecher vor allem schwächere Bäume, die Braunfärbung der Krone beginnt von oben nach unten und unter dem Baum liegen Nadeln, die noch grün sind. Der Buchdrucker befällt vor allem stärkere Bäume. Unter dem befallenen Baum zeigt sich "Bohrmehl", die Rinde fällt ab und die Krone wird von unten nach oben braun.

Mit mehr Unfällen rechnen

Anhand von Bildern zeigte Pscheidt den Anwesenden die charakteristischen Brutbilder, die ganz unterschiedlich sind. Ein Weibchen eines Buchdruckers legt im Verlauf der Vegatationsperiode bis zu 150 Eier und innerhalb eines warmen und trockene Jahres können sich drei Generationen und zwei Geschwisterbruten entwickeln. Dies erklärt auch den höheren Befall bei heißen, trockenen Sommern. Die beste Bekämpfung sei das schnelle und konsequente Entfernen befallener Bäume. Außerdem sollten Erntearbeiten im Winter beendet sein, bevor der "Schwärmflug" im April wieder beginnt. Entgegenwirken könne man einem Käferbefall durch eine "saubere Waldwirtschaft".

Lydia Bruckmaier von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau ist im Bereich Prävention tätig und referierte zum Thema "Sichere Waldarbeit". Es sei besser, einen Unfall zu vermeiden, als ihn zu erleiden, begann sie ihr Referat.

Da es heuer wieder zu erhöhten Käferbefall in den Wäldern gekommen sei, erwarte die Berufsgenossenschaft bis zum Jahresende auch wieder eine höhere Zahl von Unfällen bei Waldarbeiten. Um den Anwesenden die Gefährlichkeit dieser Tätigkeit vor Augen zu führen, hatte sie verschiedene Statistiken und Berichte von schweren Unfällen dabei.

Eindringlich ermahnte sie die Waldbesitzer nur mit ausreichender Schutzkleidung, wie Schnittschutzhose, Helm, Schuhen mit Stahlkappen und einer signalfarbenen Jacke zu arbeiten und auch eine umfassende Schulung zu absolvieren. Um das Risiko weiter zu verringern, sollte man solche Arbeiten immer zu zweit verrichten oder die Arbeiten an Forstdienstleister übergeben. Das geringste Risiko bestehe natürlich beim Arbeiten mit dem Harvester. Für alle Interessierten hatte sie auch eine Checkliste zur Qualitätsicherung beim Harvestereinsatz dabei.

Brutbäume fällen

Als letzter ergriff Josef Ziegler das Wort, um die Anwesenden über die Situation am Holzmarkt zu informieren. Nach Jahren relativer Ruhe habe sich im gesamten Vereinsgebiet der Waldbesitzervereinigung Cham-Roding, nach der langen Trockenphase, der Fichtenschädling wieder gezeigt. Es müssen nun möglichst gründlich die Brutbäume gefällt werden, dass im kommenden Jahr keine großflächigen Schäden auftreten können. Die WBV habe für ihre Mitglieder ausreichend Verträge mit Sägewerken geschlossen, so dass der Holzabsatz der Mitglieder gesichert sei, jedoch müsse man sich auf niedrigere Holzpreise einstellen, so Ziegler.

Gut nachgefragt würden momentan die infizierten Gipfel und Äste, die zu Hackgut verarbeitet werden. "Wenn es gelingt die Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern, wird auch das Überangebot am Markt wieder gestoppt und der Erzeugerpreis wird sich wieder erholen", zeigte er sich überzeugt. Jedem Vortrag schloss sich eine Diskussion an.
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