Gegen Phosphor-Verbrennung

Lokales
Nittenau
04.09.2015
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Der Klärschlamm enthält Phosphor, der Schlamm soll bekanntlich nach der Trocknung verbrannt werden. Dies ist den Grünen ein Dorn im Auge. Sie erneuerten ihre Forderung nach alternativen Verwendungsmöglichkeiten.

Bei der Versammlung des Grünen-Kreisverbandes stand die Klärschlammentsorgung im Mittelpunkt. Der im Klärschlamm enthaltene Phosphor sei ein zentraler Baustoff allen Lebens, ohne den Menschen, Tiere und Pflanzen nicht existieren könnten, heißt es in der Pressemitteilung. Phosphor sei in der Landwirtschaft ein notwendiger Mineralstoffdünger und müsse importiert werden. Internationale Experten warnten, dass die Phosphat-Reserven der Welt unwiederbringlich zu Ende gingen. Anders als beim Öl gebe es für Phosphor keine Alternative.

Aktuell sei im Landkreis geplant, den Klärschlamm über den "Zweckverband Thermische Klärschlamm-verwertung Schwandorf" zentral zu trocknen und anschließend im Zementwerk Burglengenfeld zu verbrennen. Nach Meinung der Grünen wäre dies der schlechteste Weg. Ein Nachteil der Mitverbrennung sei, dass der im Klärschlamm enthaltene Phosphor für immer aus dem Kreislauf entfernt werde. "Der Weg der Klärschlammverbrennung im Zementwerk Burglengenfeld und somit die Vernichtung von Rohstoffen ist für uns keine tragbare Lösung. Wichtige Elemente wie Phosphor müssen für die Zukunft erhalten bleiben", so der Kreissprecher Reinhold Schmalzbauer.

"Jedes Gramm zählt"

Die Herausforderung für Deutschland bestehe darin, in den nächsten Jahren ein strategisches Verwertungskonzept zu entwickeln mit marktreifen Verfahren, die Phosphor und wertvolle Edelmetalle extrahierten. Bei steigenden Rohstoffpreisen zähle jedes Gramm.

Bereits heute gebe es mehrere Möglichkeiten, großtechnisch den im Abwasser enthaltenen Phosphor zu vertretbaren Kosten abzuscheiden. In der Praxis werde dies bereits an mehreren Kläranlagen umgesetzt, so in Darmstadt-Eberstadt oder in Gifhorn. Beim AirPrex-Verfahren in Berlin werde der ausgefaulte Schlamm einer Phosphatfällung unterzogen. Das Produkt erfülle die Düngemittelverordnung und könne direkt als Düngemittel eingesetzt werden. Andere Methoden seien teils als Pilotprojekt in Betrieb. "Die Verfahren zeigen, dass bis zu 99 Prozent des Phosphors zurück gewonnen werden können, wir müssen es nur tun", betonte Kreissprecherin Elisabeth Bauer. "So lange wirtschaftliche Rückgewinnungsverfahren im Landkreis Schwandorf noch nicht verfügbar sind, sollte der getrocknete Klärschlamm rückholbar abgelagert werden", forderte Kreisrätin Marion Juniec-Möller. Wünschenswert wäre es, die Schadstoffe, wie Medikamentenrückstände oder Plastik, aus dem Abwasser so weit zu eliminieren, dass der Klärschlamm wieder als organischer Dünger auf die Felder ausgebracht werden könne, ergänzte Fraktionsvorsitzender Rudi Sommer.
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