Heimischen Apfel ausgepresst

Die Schüler der Grundschule Bodenwöhr halfen beim Pressen der Äpfel mit. Von Gerhard Falter, Betreiber der Anlage, erfuhren sie alles Wissenswerte darüber. Bild: sir
Lokales
Nittenau
12.10.2015
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Wohin mit den Äpfeln? Von goldgelb bis zum satten Rot leuchten sie in den Zweigen. Viel zu schade zum Ignorieren, aber auch sehr aufwendig zum Verarbeiten. Bio-Landwirt Gerhard Falter sah sich vor einigen Jahren in derselben Bredouille und hatte eine Idee zur Verarbeitung des Obstes.

Mit seiner mobilen Obstkelterei machte Gerhard Falter am Freitag Station auf dem Volksfestplatz in Nittenau. Nach Voranmeldung brachten die Leute ihre Äpfel zu ihm. Innerhalb kürzester Zeit gewannt der Landwirt aus Ruderszell bei Rettenbach Saft aus den köstlichen Früchten. So war garantiert, dass jeder den Saft von den eigenen Apfelbäumen mit nach Hause nehmen konnten.

In der kommenden Woche findet die vom Kultusministerium ausgerufene und empfohlene "Woche der Gesundheit" statt. Auch die Grundschule Bodenwöhr schließt sich dieser Aktion an. Mit Bussen wurden die Kinder auch nach Nittenau zur Obstpresse gebracht. Falter beantwortete vorab ihre Fragen, bevor die Äpfel der Kinder verarbeitet wurden. Aus zwei Kilo Äpfel wird ein Liter Saft.

Gezogen wird der Saft mittels Vakuum aus der Maische. "Ohne Sauerstoff in der geschlossenen Anlage und auf zirka 80 Grad erhitzt", so der Betreiber. Unter Vakuum wird der Saft in die Box abgefüllt, die fünf Liter fasst. Auf diese Weise ist der Saft - naturtrüb durch das stark zerkleinerte Fruchtfleisch - mindestens ein Jahr lang haltbar.

"Vitamine brauchen wir, um leben zu können", erläuterte Falter den Kindern. "Und die werden durch diese Anlage sehr gut erhalten." Die 130 Kinder aus den sechs Bodenwöhrer Grundschulklassen hatten in den Tagen zuvor fleißig Äpfel gesammelt. Der Förderverein der Grundschule Bodenwöhr mit Vorsitzendem Georg Hoffmann hatte die Früchte im Anhänger nach Nittenau transportiert. Nur einwandfreie Äpfel dürfen in die Anlage, auf gar keinen Fall verfaulte.

Die Schüler durften die Äpfel auf das Förderband kippen und den Weg bis zum Saft verfolgen. Der Apfeltrester wurde von einem ortsansässigen Biolandwirt abgeholt und an die Tiere verfüttert. Die Kinder zeigten keine Scheu und probierten auch den Trester. Der fruchtige Geschmack kam gut an, ebenso wie der frische Saft, von dem sie sogleich kosten durften. In den Getränkeboxen verpackt nahm der Saft den Weg zurück in die Schule, wo er in den nächsten Wochen an die Kinder ausgeschenkt wird. Dann wird er Bestandteil der "Woche der Gesundheit" sein.
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