Im Rollstuhl mobil bleiben

Prof. Dr. Thomas Henze referierte umfassend zum Thematik MS und Mobilität. Bilder: sir (2)
Lokales
Nittenau
28.09.2015
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Die Diagnose "Multiple Sklerose" empfinden Betroffene als etwas sehr Bedrohliches. Und die Familie des Erkrankten reagiert oft mit dem Gefühl der Hilflosigkeit. Der "Tag der Mobilität bei Multipler Sklerose" im Passauer Wolf Reha-Zentrum zeigte, dass das nicht so sein muss.

Erhebliche Einschränkungen vor allem in Sachen Mobilität, das sind die Hauptsorgen der Erkrankten und ihrer Angehörigen, bis hin zur Befürchtung der völligen Hilflosigkeit, das in ein "stets angewiesen sein auf andere" mündet. Experten informierten am Aktionstag, dass man der Multiple Sklerose (MS) nicht ohnmächtig ausgeliefert ist. Und die anwesenden Betroffenen verbreiteten zusätzlich eine Atmosphäre von Optimismus bis hin zur Fröhlichkeit.

Erste Symptome

An den Infoständen zeigten die Fachleute auf, welche Hilfsmittel zur Verfügung stehen, die den Alltag erheblich erleichtern. Prof. Dr. Thomas Henze, ärztlicher Direktor im Reha-Zentrum Nittenau, zählte Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung auf, und sprach darüber, welche technischen Mittel sinnvoll seien. Dabei ging er zunächst auf die MS-Symptome ein. Bewegungsstörungen aller Art, vor allem in der Koordination, Müdigkeit bzw. Erschöpfung (Fatigue), Lähmungen, Sehstörungen, und Blasenentleerungsstörungen schilderten die Erkrankten.

Henze äußerte sich zunächst zur medikamentösen Therapie. Danach skizzierte er Hilfsmittel: Gehhilfen, angefangen vom Stock, Krücken, Rollator bis zu Spezialrollstühlen bei Problemen sowie spezielle Behältnissen, wie Urinale, Tampons für unterwegs. Auch das Selbstkathederisieren bringe Erleichterung. Gerade in Bezug auf Auslandsreisen seien für die verordneten Medikamente neurologische Bescheinigungen und Beglaubigungen nötig.

Christiane Heigl und Michaela Hagner vom Landesverband Bayern ergänzten diese Ausführungen durch spezielle Angebote der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) im Hinblick auf Freizeitgestaltung mit Sport und Reisen. Sie stellten dar, dass bei entsprechender Begleitung sogar Extremtouren auf einen 5000 Meter hohen Berg möglich seien.

Markus Vogel vom Rollstuhlsport-Verein Bayreuth sitzt nach einem Unfall seit 31 Jahren im Rollstuhl. Nein, an MS sei er nicht erkrankt, erklärt er auf Nachfrage. In der Außenanlage des Reha-Zentrums informierte er aber über die verschiedenen Rollstuhlarten.

Durch praktisches Üben lernten die Besucher sich im Rollstuhl fortzubewegen, Barrieren zu überwinden. Am Nachmittag waren die Besucher wieder gefordert: Beim Thema "Tanzen und MS" bestand unter der Anleitung von Andrea Naumann und Christine Engelhardt Gelegenheit zum Mitmachen. Die Teilnehmer erlebten, dass es Spaß macht, sich zur Musik rhythmisch zu bewegen. Weiteres Fachpersonal stand auch in Fragen Rollstuhl zur Verfügung.
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