Im Spam-Ordner gelandet

Der Geh- und Radweg neben der Brucker Straße endet bei der Abzweigung Industriestraße. Nun wird er gegenüberliegend auf den ehemaligen Gleisen bis zur Walderbacher Straße fortgeführt. Bild: Mayer
Lokales
Nittenau
24.09.2015
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Ohne Internet geht heutzutage (fast) nichts mehr. Die moderne Kommunikation erleichtert vieles, sie kann aber auch für Probleme sorgen. Einen gravierenden Fall musste der Stadtrat am Dienstagabend zur Kenntnis nehmen.

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan "BayWa-Gelände - Sondergebiet Einzelhandel" stand auf der Tagesordnung. Dort sollen nach dem Abriss der Gebäude bekanntlich ein Lebensmittelmarkt mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche und zwei funktional eigenständige Fachmärkte (davon ein Drogeriemarkt) entstehen.

Verkürzte Auslegung

Es gab im Oktober vergangenen Jahres den entsprechenden Aufstellungsbeschluss, im Mai und Juni 2015 die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und die Auslegung. Nunmehr folgte ein weiteres Prozedere dieser Art. Die Ergebnisse der Behördenbeurteilung wurden am Dienstag vom Ingenieurbüro EBB dem Stadtrat präsentiert.

Dessen Vertreter Wolfgang Fries wartete eingangs aber gleich mit einer Feststellung auf, die für Erstaunen sorgte. Am Ende des Tagesordnungspunktes sollte der Satzungsbeschluss stehen. Dies, so Fries, komme aufgrund eines Malheurs nicht in Frage. Die Stellungnahme der Abteilung Immissionsschutz beim Landratsamt vom 9. Juni sei nämlich im Spam-Ordner der Stadt gelandet und - daraus resultierend - nicht behandelt worden. Insofern müsse nun eine weitere, auf zwei Wochen verkürzte Auslegung, erfolgen. Diese beinhalte auch eine beantragte zehn Meter hohe Werbepylone. Die Stellungnahmen der Behörden wurden in der Folge zur Kenntnis genommen und abgewogen. Der Beschluss zur nochmaligen Auslegung erfolgte einstimmig. Der Zeitplan zur Umsetzung des Projekts dürfte dadurch nicht gefährdet sein. Bis Ende diesen Jahres sollen die alten BayWa-Gebäude abgerissen werden.

Beim neuen Baugebiet "Rosenstraße II" stellte Architekt Olaf Götzer die Ergebnisse der nochmaligen Auslegung vor. Auch die Behörden hatten das Wort. Das Gremium fasste den entsprechenden Satzungsbeschluss, der aber erst nach den endgültigen Stellungnahmen zur Ausgleichsfläche (3300 Quadratmeter) und zur Altlastenbegutachtung in Kraft tritt. Der Geh- und Radweg nach Bruck wird auf der ehemaligen Gleistrasse beim ehemaligen Bahnhofsgelände verlängert. Dazu wurde der entsprechende Zuwendungsantrag beschlossen. Die Gesamtkosten sind mit knapp 296 000 Euro kalkuliert, der Zuschuss soll 164 500 Euro der zuwendungsfähigen Summe betragen. Mit diesem Projekt wird der Anschluss an die Walderbacher Straße gewährleistet.
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