Insel für Generationen

Lokales
Nittenau
16.10.2015
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Wenn die Prognosen stimmen, bleiben die Einwohnerzahlen in Nittenau in den kommenden Jahren konstant - trotz demografischen Wandels. Ideen aus dem ISEK-Prozess könnten diese Erwartung absichern.

Die Investitionen in Schulen, Kinderbetreuung und auch die Ausweisung günstigen Baulands standen beim Nittenauer Stadtrat in den vergangenen Jahren immer weit oben auf der Agenda. Wenn die Prognosen von Michael John (Basis-Institut) für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) stimmen, machen sich diese Investitionen nun bezahlt - in Form von gleichbleibender Einwohnerzahl.

Gleichwohl ließ John am Dienstag im Stadtrat bei der Vorstellung seiner Ergebnisse für den Bereich Kultur und Soziales keinen Zweifel daran, dass Anstrengungen notwendig sind, damit Nittenau den Herausforderungen des demografischen Wandels gewachsen bleibt. Junge Leute von der Abwanderung abhalten, Senioren zum Dableiben bewegen: Auf diesen Nenner lassen sich die Aufgaben bringen. Die Jugend wünscht sich mehr Mitsprache. "Aber bitte nicht in einem Jugendparlament", sagte John. Erfahrungsgemäß würden dort nur diejenigen mitmischen, die sich ohnehin schon engagieren. Es gelte, die Kinder möglichst bald an Nittenau zu binden. Warum sollen nicht Schüler einen Webauftritt für die Stadt gestalten?

Ein Jugendtreff sei notwendig, habe aber nur mit professionellem Personal Sinn. Da ließe sich eventuell ein Kreis zu den Senioren schließen: Ein Sozialarbeiter mit generationenübergreifenden Aufgaben wäre auf längere Sicht eine bezahlbare und wohl auch förderfähige Lösung. Auch wenn er durchaus wisse, so John, dass die Regierung der Oberpfalz in der Beziehung "etwas hartleibig" sei.

Barrierefreies Wohnen, Versorgung bei Unterstützungsbedarf und Teilhabe: Auf diesen drei Säulen ruht laut John die gute Lebensqualität im Alter. Gemeinschaftliche, generationenübergreifende Wohnmodelle, die bei Bedarf professionelle Hilfe bieten, gehören ebenso zu Lösungsansätzen wie bürgerschaftliches Engagement. In Riedlingen gelingt es einer Seniorengenossenschaft, gegen Entgelt Fahrdienste, Essen auf Rädern, einen 24-Stunden-Notruf und weitere Unterstützung anzubieten - und die Wertschöpfung im Ort zu halten. Unter anderem betreut und verwaltet die Genossenschaft (650 Mitglieder) mittlerweile 60 Wohnungen. 115 Mitarbeiter erwirtschaften dort einen Umsatz von 750 000 Euro.

Auf der Angerinsel würde sich für John eine Kombination aus altersgerechtem Wohnen, Mehrgenerationentreff und Bildungsangeboten wie Volksbildungswerk und Musikschule bieten. Für Bürgermeister Karl Bley und den Stadtrat nichts Neues: Entsprechende Planungen laufen.
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