Klingender Bläser-Orkan

Lokales
Nittenau
28.07.2015
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"Klang der Freiheit": Unter diesem Titel gestaltete die Bläserphilharmonie Regensburg am Samstag ein eindrucksvolles Konzert. Mitreißende Arrangements begeisterten das Publikum in der Regentalhalle.

Kurzfristig hatte das Konzert in die Halle verlegt werden müssen: Draußen blies am Samstagabend der Wind einfach zu stark. Die vielen Besucher, die Bürgermeister Karl Bley begrüßen konnten, durften sich auf einen wahren Klangrausch freuen, den das Regensburger Ensemble bot.

Der "Klang der Freiheit" begann mit der Bläserfanfare, die das Musikstück "Raise of the Son" von Rossano Galante eröffnet. Zwischen der vollen Klangentfaltung von Trompeten und Posaunen gab es immer wieder auch leisere Momente, bis im Finale das gesamte Orchester seinen vollen Klang vorstellt. Die Regentalhalle erwies sich hierbei als idealer Ort für die 60 Bläser, deren gekonntes Zusammenspiel nie zu laut oder schrill wurde. Neben Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Saxophon wirkten Horn, Trompete, Posaune, Euphonium und Tuba. Ein Kontrabass unterstützte die Harmonie lang gehaltener Töne. Faszinierend die Vielzahl der Schlaginstrumente. Natürlich Pauken, aber dann Große Trommel, Becken, Xylophon, Glockenspiel, Vibraphon und riesige Röhrenglocken.

Frisch und flott

Als nächstes erklang "Fight for Liberty" von Mario Bürki in Erinnerung an den Tiroler Freiheitskampf des Andreas Hofer 1809. Mit aggressiven Tönen wird der Kampf dargestellt, unruhevoll fortschreitend, immer wieder zum Klang-Orkan sich steigernd. Der stellvertretende Vorsitzende der Bläserphilharmonie, Rüdiger Deutsch, moderierte zwischen einzelnen Nummern des Programms. Der Choral "To my Country" von Bernard Zweers folgte als Beruhigung nach der vorangegangenen Schlachtenmusik. Alfred Reed komponierte das nächste Stück: "The Hounds of Spring" klingt frisch und flott. Tänzerischer Rhythmus prägt die gesamte Tonfolge, ob rasch oder ruhig melodiös, bis hin zur rasanten Schlussgestaltung.

Nach der Pause zunächst freudevolle Klänge, welche "A Huntington Celebration" von Philip Sparke prägen, erst in schneller, dann auch zwischendrin in melodiereicher Manier. Bei solchen Tonkombinationen ist ein Blasorchester voll in seinem Element, und die Regensburger zeigten sich hier in bester Verfassung. Einen großen Anteil daran hatte neben dem klangreinen Spiel jedes Musikers auch die präzise Leitung des gesamten Ensembles durch Jörg Seggelke.

Das folgende Klanggemälde war wieder vor allem kriegerisch: "Spartacus" von Jan van der Roost beschreibt musikalisch den Sklavenaufstand im römischen Reich. Kontrastreich wurden die kriegerischen Auseinandersetzungen und das erträumte, friedvolle Leben nach dem Aufstand einander gegenübergestellt. Nach dem Tod des Spartacus sind alle Hoffnungen passé. Mitreißend gelang der Bläserphilharmonie die martialische Verwirklichung dieser tragischen Geschichte.

"Winnetou" zum Schluss

Auch das nächste Stück schildert das Schicksal eines Freiheitskämpfers: "Braveheart" von James Horner ist nicht so laut wie die vorangegangene Nummer, verwirklicht aber noch eindringlicher den "Klang der Freiheit". Der kämpferische Schotte scheiterte ebenfalls. Schließlich das Finale, es passte ausgezeichnet in das gedankliche Gefüge: "In 80 Tagen um die Welt" von Otto M. Schwarz zeigte, wie Freiheit sich auf die Entfaltung und Verwirklichung menschlichen Lebens auswirkt und bildete damit einen würdigen Abschluss des Programms. Auch die zwei Zugaben, einmal "Die Sonne geht auf" von Rudi Fischer, zum andern "Winnetou & Old Shatterhand", von Martin Böttcher verwiesen in ihrer speziellen Art auf die Lebenseinstellung freier Menschen.
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