Kreativ zur neuen Biersorte

Lokales
Nittenau
19.09.2015
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Bier-Know-how aus der Oberpfalz: Junge süddeutsche Privatbrauer entwickeln zum Jubiläum des Reinheitsgebotes zwei besondere Biere. Braumeister Sebastian Jakob ist mit von der Partie. Und er bringt sein Wissen aus Argentinien mit ein.

2016 feiert das Reinheitsgebot 500-jähriges Jubiläum. Wasser, Hopfen, Hefe und Malz sind demnach die einzigen Zutaten, die zum Brauen zugelassen sind. 21 junge Brauer des Verbandes der Privaten Brauereien - darunter zwei aus der Oberpfalz - wollen diese nun nutzen, um anlässlich der Festivitäten alte Braurezepturen im Zuge des Reinheitsgebotes völlig neu zu interpretieren. Kreiert werden ein Hopfenweizenbock und ein "Black Imperial Bock".

Alles in Eigenregie

Craft-Biere sind für die jungen Brauer nichts Neues, denn handwerklich gebraut wird in ihren Betrieben schon immer, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Das Besondere an den neuen Bieren: Die Nachwuchskräfte, zu denen auch Braumeister Sebastian Jakob aus Nittenau gehört, entwickelten die Rezepturen selbst und übernähmen sowohl das Brauen, als auch die Marketingabwicklung und Vertriebsarbeit. Unter dem Motto "Wir sind der fünfte Rohstoff" wollen laut Dr. Werner Gloßner, Hauptgeschäftsführer der privaten Brauereien Bayern, die jungen Bierexperten beweisen, dass das älteste Lebensmittelgesetz der Welt auch heute nichts von seiner Aktualität verloren habe und trotz lediglich vier zugelassener Zutaten neu interpretiert werden könne.

Gefragt seien Kreativität und Können, denn immerhin stünden etwa 180 Hopfensorten, über 40 Malzsorten und rund 200 Hefesorten zur Auswahl. Mit von der Partie ist Sebastian Jakob aus Nittenau. Der Braumeister, der wie fast alle Mitglieder der Juniorengruppe in einer Familienbrauerei groß geworden ist, hat sich dazu entschieden, die Tradition fortzusetzen und in den elterlichen Betrieb einzusteigen: "Ich war nach dem Abitur zunächst etwas orientierungslos. Da wir zu Hause eine eigene Brauerei hatten, schien mir eine Lehre als Brauer nicht abwegig." Jakob absolvierte zunächst eine Lehre bei der Brauerei Kneitinger in Regensburg. Um Erfahrung zu sammeln, arbeitete er anschließend ein Jahr lang in Argentinien. Zurück in Bayern, absolvierte er die Meisterschule in Weihenstephan. Im heimischen Betrieb ist er jetzt seit drei Jahren tätig. Alle Mitglieder der Juniorengruppe eint die Leidenschaft für das Bier. Deshalb fand sich rasch eine Gruppe zusammen, als die Schwestern und Brauerinnen Monika und Gisela Meinel-Hansen den Vorschlag machten, gemeinsam Biere für das Jubiläum zu brauen. Neben Jakob ist mit Maximilian Winkler von der Brauerei Winkler in Amberg noch ein weiterer Oberpfälzer mit im Team.

In zwei Gruppen

Um das Vorhaben zu stemmen, haben sich die 21 Nachwuchskräfte in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Technikgruppe, für die sich auch Sebastian Jakob entschieden hat, befasst sich mit der Aufgabe, Bierstilideen und darauf aufbauend Rezepturvorschläge, Testsude und erste Verkostungen zu entwickeln. Anschließend werden die Rezepte optimiert, bevor letztlich die endgültigen Sude feststehen, die abgefüllt werden sollen.

Gebraut wird das Bier in der Kronenbrauerei Schimpf in Remmingsheim (Baden-Württemberg). Allmählich geht das Projekt auf die Zielgerade: Im September soll die Rezeptur so weit verfeinert sein, dass die Biere eingebraut werden können, so dass eine lange Reifezeit möglich ist. Im Oktober werden die neuen Kreationen abgefüllt sowie verpackt und im November ausgeliefert.
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