Lupenrein bis in höchste Lagen

Anna Peshes (Mezzosopran, rechts) und Anton Schleicher (Klavier) erhielten für ihre Darbietung im Regentalgymnasium viel verdienten Applaus. Bild: tie
Lokales
Nittenau
12.10.2014
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An einem "Romantischen Lieder - Klavierabend" stellten Anna Peshes und Anton Schleicher am Donnerstag eine Auswahl von Klavierwerken, Liedern und Arien vor. Die Zuhörer im Regentalgymnasium ließen sich gerne in die Welt der Oper entführen.

Die Reihen im Foyer des Regental - Gymnasiums waren gut gefüllt, als Anna Peshes, Mezzosopran, und Anton Schleicher, Klavier, ihren "Romantischen Lieder - Klavierabend" begannen. Zwei Lieder aus "Des Knaben Wunderhorn" von Gustav Mahler waren die richtigen Stücke, um die kräftige Stimme der Sängerin und das den Gesang unterstützende Spiel des Pianisten wohlklingend vorzustellen. Schon von Beginn an ist "Das irdische Leben" traurig, wenn die Mutter nicht genügend zu essen gibt. Und als das Brot endlich gebacken wird, ist das Kind tot. Einen solchen Inhalt musikalisch zu vermitteln, ist nicht einfach, gelang jedoch ergreifend. Weiter ging es mit dem berühmten "Rheinlegendchen". Die mächtige Klavierbegleitung erforderte eine differenzierte Gestaltung der Singstimme, die Anna Peshes nachvollziehbar gelang. Ein Lied von Joseph Marx schloss sich an. Mit starkem Tremolo wurde es mit seiner düsteren Mär vom Blut vorgestellt. Drei Klavierwerke von Frederic Chopin folgten: Der "Minuten - Walzer Des - Dur" op 64/1, das "Regentropfen - Prelude Des - Dur" op 28/15 und das "Impromptu As - Dur" op 29/1 wurden frei und gefällig interpretiert, was besonders dem Impromptu gut tat.

Zum 150. Geburtstag von Richard Strauss erklangen fünf Konzertlieder aus op 10, 19 und 27 "für große Stimme und großen Saal", wie Strauss selbst gefordert hatte. Anna Peshes gestaltete die Verse stark inhaltlich und Anton Schleicher gab ihr die dazu nötigen Impulse. Immerhin waren es ja vertonte Seelendramen, die Strauss in den Liedern darstellte.

Der zweite Teil des Abends war berühmten Opernarien gewidmet: Anna Peshes in ihrem ureigensten Element. Zunächst zwei Arien von Nikolai Rimsky-Korsakow und Peter Tschaikowski, welche die Sängerin brillant intonierte. Das große Volumen ihrer Stimme passte wunderbar zum Text, den die Handlung der Oper und der Komponist abverlangen. Besonders den elegischen Grundton bei Tschaikowski traf sie an- und abschwellend lupenrein bis in die höchste Lage.

Schließlich folgten noch vier Arien. Zunächst eine aus der "Fledermaus" von Johann Strauß jr., dann eine von Amilcare Ponchielli und zwei aus der Oper "Carmen" von Georges Bizet. In allen diesen Musikstücken zeigten beide Künstler ein immenses Einfühlungsvermögen und einen guten Sinn für Gestaltung. Deshalb wurden auch drei Zugaben gefordert, so erfreut waren die Zuhörer. Nochmals erklang die Arie des Prinzen Orlowski aus der "Fledermaus", die Romanze aus "La Gioconda" von Ponchielli und die "Habanera" aus "Carmen" von Bizet. Sie bildeten den Abschluss eines schönen musikalischen Abends.
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