Menschenwürdig bis zuletzt

Alois Beer vom Krankenpflegeverein Kallmünz (links) und Dr. Johannes Ermer (Zweiter von rechts) vom Browning Team Bayern übergaben Spenden von 500 Euro und 3500 Euro an die Vertreter der Hospizinitiative. Darüber freuten sich (von links) Daniela Friedrich, Geschäftsführerin der Caritas-Sozialstationen, Birgit Wölker, stellvertretende Koordinatorin, und Zenta Ruml, verantwortliche Koordinatorin. Bild: Schieder
Lokales
Nittenau
18.11.2014
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15 Jahre nah bei den Sterbenden und ihren Angehörigen sowie die Befähigung der Ehrenamtlichen: Auch den Geistlichen Reiner Eppelein und Adolf Schöls ist dieses Thema beim Jubiläum der Hospizinitiative wichtig.

Es sei ein Thema, das Menschen jeden Alters betreffe und von vielen weggedrückt werde, betonte er bei der Versammlung der Hospizinitiative der Caritas-Sozialstationen im Landkreis (wir berichteten). Gerade in der gegenwärtigen Situation hätten Sterben und Tod ihren festen Platz. Und derzeit werde im Bundestag eine Debatte geführt über medizinisch assistierte Selbsttötung.

Dank an Hospizhelfer

Viele Zeitgenossen schienen das Ende des Lebens in Frage zu stellen. "Mit der Geburt bekommen wir das Zeichen der Endlichkeit schon mit", so der Geistliche. Mit Blick auf das Leben Jesu und seine Auferstehung sagte er, dass dieses Leben nicht mehr vergehe. Der Mensch solle nicht auf das Sichtbare starren, sondern sein Leben auf das Unsichtbare ausrichten. "Ich denke, das tun die Hospizhelfer, die viel Kraft und Zeit opfern für ihren Dienst und eine Ausbildung dazu absolviert haben", betonte Eppelein, der ihnen dafür dankte. In den sterbenden Menschen sei das erlöschende Leben zu sehen, "das nicht immer ein Kampf ist und auch nichts Sensationelles". Der Tod sei etwas Alltägliches oder auch nicht, dies hänge vom Eingestehen der eigenen Betroffenheit ab. Die Menschenwürde liege nicht nur im Leben, sondern auch im Sterben. Ob das "selbstbestimmte Sterben" mit der Würde, die man durch die Taufe habe, vereinbar sei, darüber müsse man noch reden, sagte Eppelein.

Pfarrer Adolf Schöls brachte seine Gedanken zum Thema "Was ist der Mensch wert?" ein. Beihilfe zum Suizid: Da stelle sich die Frage, "wie wir mit schwerkranken Menschen umgehen". Angst vor Leid und Schmerzen, Verlust der Selbstbestimmung, anderen zur Last zu fallen - all das bewege die Menschen. Dass der Tod zum Leben gehöre, diese Sicht sei verloren gegangen. In einer Welt, die jung und dynamisch ist, mit Erfolgsstreben und voller Leistungsfähigkeit, tue sich die Gesellschaft schwer mit Menschen, "die aus diesem Raster fallen", so der Geistliche. Das Menschsein werde reduziert auf Leistung und Stellung im Beruf. "Was ist der Mensch wert, wenn er dies nicht leisten kann?", stellte Schöls in den Raum.

Sterben ohne Qual

Manche Ängste der Schwerkranken seien unbegründet. Hier mangele es an Aufklärung, was Palliativversorgung und Hospiz leisten könnten. Es brauche Information sowie den Ausbau der Hospiz und der palliativen Angebote. Es sei gefährlich, sich einbläuen zu lassen, dass der Mensch nur ein Lebensrecht habe, wenn er leistungsfähig sei. Das Christen-Bild sage etwas anderes: Jeder Mensch sei einzigartig, habe eine unantastbare Würde.Die Hospizinitiative wolle dazu beitragen, dass der Mensch in Würde gehen könne. Die Behandlung der Schmerzen gehöre zur Hospizbegleitung. "Sterben ohne Qual geht, auch ohne ärztlich assistierten Suizid", betonte Schöls und sprach allen ein herzliches Vergelt's Gott für ihren Dienst aus.

Nach diesen Ausführungen übergab Alois Beer vom Krankenpflegeverein Kallmünz einen Betrag in Höhe von 500 Euro und Dr. Johannes Ermer vom Browning Team Bayern einen Scheck über 3500 Euro an die Hospizinitiative. Das Browning Team hatte Mitte Oktober ein Benefiz-Hegefischen am Eixendorfer Stausee abgehalten.
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