Neuer Anlauf für Wohnheim

Lokales
Nittenau
05.06.2015
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Nach einigen "Fehlversuchen" scheint nun der Weg frei zu sein. Der Bau- und Umweltausschuss billigte den Antrag der Unternehmensgruppe (UG) Fechter auf Installierung eines Wohnheims für Asylbewerber. Ort des Projekts ist die ehemalige Geflügelschlächterei.

Staatlich halb privilegiert, baurechtlich zulässig, im Mischgebiet liegend und voll erschlossen: Auf diesen Nenner brachte Bürgermeister Karl Bley (SPD) die Erkenntnisse zum vorliegenden Bauantrag. Die Unternehmensgruppe Fechter will die Gebäude der ehemaligen Geflügelschlächterei an der Thanner Straße umbauen und umnutzen. Es sollen 20 Appartements, zwölf Einzelzimmer, zwei Gemeinschaftsräume und Platz für Verwaltung und Technik entstehen. Rund 75 Asylbewerber könnten hier untergebracht werden. Bei vorangegangenen Anträgen der UG Fechter war von bis zu 150 die Rede.

Karl Bley sieht in dem Vorhaben die Chance, einen städtebaulichen Missstand zu beseitigen. Zugleich erinnerte er daran, dass die Stadt vor zwei Jahren die Möglichkeit hatte, das Areal zu erwerben und zu beplanen. Damals habe das Gremium mehrheitlich abgewunken. Das Gelände befinde sich nicht im Besitz des Antragstellers, doch dies sei für das bauliche Ansinnen unerheblich.

Gegen zwei Stimmen

Bei der folgenden Diskussion gab es zustimmende Argumente. "Wir sind froh, dass dort baulich etwas gemacht wird", ließ Thomas Hochmuth (CSU) wissen. Doch auch Skepsis floss ein. Johann Frimberger (SPD) und Benjamin Boml (FW) plädierten einmal mehr für kleinere Einheiten zur Aufnahme von Asylbewerbern. Die Frage, ob die Zahl "75" stehe, konnte nicht beantwortet werden. Letztlich passierte der Bauantrag gegen ihre beiden Stimmen den Ausschuss. Bei der Sitzung fehlten entschuldigt Willi Sturm (CSU) und Franz Probst (Grüne) sowie ihre Vertreter.

In Thann ist die Errichtung einer landwirtschaftlichen Lagerhalle geplant, wobei die fehlende Abstandsfläche an der südwestlichen Spitze des Gebäudes zur Gemeindestraße hin problematisch erscheint. Gegen zwei Stimmen wurde eine diesbezügliche Nachbesserung gefordert. In Bleich kann ein Kälberstall gebaut werden. Beim Oberhof ist der Bau eines Stalles für die Aufzucht von Biohähnchen geplant. Er ist laut Antrag 1513 Quadratmeter groß und soll Platz für 14 000 Hähnchen bieten. An der Südseite ist ein Wintergarten für die Tiere vorgesehen, im Freien sollen drei Weideflächen mit jeweils 18 000 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Nachbarn winken ab

Karl Bley verwies mit Blick auf die Alte Regensburger Straße und den Schlößlgartenweg auf mögliche Geruchsemissionen, die durch die Fachstellen geprüft werden sollten. Das Vorhaben wurde letztlich gebilligt, gegen die Stimme von Bley. Mehrheitlich auf Ablehnung stieß die Voranfrage zur Errichtung eines Sechsfamilienhauses im Altstadtkern. Die ursprüngliche Höhe war um 1,24 Meter auf 10,60 Meter reduziert worden. Von den Nachbarn liegt keine Zustimmung in Form der Unterschrift vor. Laut Mehrheit kollidiert das Vorhaben auch mit dem Einfügungsgebot.
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