Nittenauer Chöre werben um Mitglieder - Modernes Liedgut im Trend
Als Rapper in die Gemeinschaft

Viele denken, dass ihre Singstimme nicht gut ist. "Ein weit verbreiteter Irrtum", meint dazu Kirchenmusiker Rainer Blommer (links), der sich auf viele neue Sänger in den Chören freut. Unterstützt wird er in der Leitung von seiner Frau Eva (rechts). Bild: sir
Lokales
Nittenau
06.10.2015
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Kirchenmusik ist so vielseitig und facettenreich wie die Menschen, die sie aufführen. Deutlich wird das in der Pfarrei Nittenau an der Chorgemeinschaft, an der Formation "Subito" und der Frauenschola. Allen drei Gruppierungen ist die kirchliche Orientierung gemein. Leiter ist Rainer Blommer, unterstützt von seiner Frau Eva.

Altmodisch, verstaubt und langweilig? Von wegen. Die Chöre beweisen in den Gottesdiensten das Gegenteil. Die 14-köpfige Chorgemeinschaft singt traditionelle Kirchenmusik, wagt sich aber an anspruchsvolle Messen ebenso heran wie an modernen Kirchenlieder. "Subito", derzeit zwölf Mitglieder stark, widmet sich dem neuen geistlichen Liedgut, das sehr rhythmisch und mehrsprachig daherkommt. Die Frauenschola mit zehn Damen setzt auf ein- und mehrstimmige Lieder, die eher unterhaltsam sind.

Eine starre Einteilung gelte aber nicht. "Im Grunde genommen können alle alles singen", freut sich Rainer Blommer. Jeder könne hier seine persönliche Lieblingsmusik finden. Gerade in den vergangenen Jahren sei die Kirchenmusik offener für alle Stilrichtungen geworden. "Wenn einer gut rappen kann, kann er sich ebenfalls einbringen", sagt Blommer.

"Zweifel am eigenen Gesangsvermögen sind völlig unangebracht", meint Rainer Blommer, der gleichzeitig betont, dass niemand vorsingen muss. Der hauptamtliche Kirchenmusiker vergleicht die Gesangsproben mit dem Training beim Sport. Voraussetzung sei die Freude am Singen und an der Musik. "Ich verstehe mich als Trainer, der auf Leistung aus ist", so Blommer. Stimmbildung könne trainiert werden. "Die Stimme ist nichts anderes als ein Instrument. Durch regelmäßiges konzentriertes Training wird sie kontinuierlich verbessert." Los geht das Angebot bereits für Grundschüler (Kinderchor). Warum genau zieht es nun junge und ältere Menschen in die musikalische Gemeinschaft? In Franziska Lautenschlager erwachte schon sehr früh der Wunsch, im Kirchenchor mitzusingen. Als sie 16 Jahre alt war, durfte sie endlich. "Seit 1951" sagt sie nach kurzem Nachdenken. In der Frauenschola fühlt sie sich sehr gut aufgehoben. Evi Kugler singt bei "Subito". "Wir lernen ständig dazu", sind sich die Frauen einig.

Echte Gemeinschaft und Freundschaften seien entstanden, die die Frauen auch außerhalb der Proben zusammenführt. Auch neu Zugezogenene finden rasch Anschluss. Mitgliedsbeiträge werden keine erhoben. Voranmeldungen sind nicht nötig. Wer Interesse hat, kommt einfach zu den Proben, die im Haus des Gastes stattfinden. Die Chorgemeinschaft probt am Mittwoch um 19.30 Uhr, die Frauenschola am Dienstag um 16.30 Uhr und Subito am Sonntag um 20 Uhr, in der Winterzeit um 17.30 Uhr.
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